Nahost-Konflikt sorgt für Unsicherheit
Dachfondsmanager sehen kurzfristig Risiken

Für eine Rückkehr in Aktien sei es noch zu früh, verkündete der Kieler Vermögensverwalter Eckhard Jess noch Mitte Juni. Damals belegte der von Jess verwaltete Dachfonds Beta Select von DJE Investment in seiner Vergleichsgruppe den zweiten Platz. Obwohl die Börsen sich seither deutlich erholt haben und der DJE-Berater seiner Einschätzung folgend mehr als die Hälfte seines Portfolios als Barreserve oder in Geldmarktfonds hält, ist er im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research auf Rang eins vorgerückt (s. Tabelle).

HB HAMBURG. Jess profitierte davon, dass einige Konkurrenten noch vorsichtiger waren oder auf die falschen Märkte setzten. An seiner aktuellen Mischung, die neben Geldmarktfonds vor allem Fonds für europäische und asiatische Aktien mit Schwerpunkt Hongkong enthält, will er bis auf weiteres nichts verändern. "Wir sehen nach wie vor mehr Risiken als Chancen", betont Jess und verweist auf die steigenden Zinsen, den hohen Ölpreis und die jüngste Eskalation des Nahost-Konflikts.

Eine den Anlagebedingungen seines Fonds zufolge mögliche Aufstockung der Aktienquote auf bis zu 100 Prozent komme vor diesem Hintergrund derzeit nicht in Frage. Lediglich einen kleinen Anteil des Goldfonds DJE Gold & Ressources hat Jess in den vergangenen Wochen zurückgekauft, als der Goldpreis vorübergehend unter die Marke von 600 Dollar pro Feinunze gefallen war.

Bei unverändert 99 Prozent hält dagegen Steffen Selbach den Aktienanteil der von ihm betreuten Dachfonds Deka-Zielfonds 2025 und Deka-Zielfonds 2030. Beide Fonds wurden erst im Juli 2005 aufgelegt und platzierten sich auf Zwölf-Monats-Sicht auf Anhieb unter den Top Ten. Anders als DJE-Berater Jess hat Selbach jedoch wenig Möglichkeiten, diese Quote aktiv zu steuern. "Beide Fonds sind darauf ausgerichtet, bis zum jeweiligen Zieljahr einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen und dabei das Risiko gegen Ende der Laufzeit deutlich zu reduzieren", erläutert der Deka-Manager.

Angesichts der langen Laufzeit von noch 19 beziehungsweise 24 Jahren liege die angestrebte Aktienquote derzeit bei den genannten 99 Prozent, die um bis zu 20 Prozent unterschritten werden dürfe. Derzeit sieht Selbach, zu dessen größten Positionen unter anderem der DekaTeam Global Select, der JPM Europe Equity und der MLIIF US Flexible Equity von Merrill Lynch gehören, dafür jedoch keinen Anlass.

"Auf Grund ihres speziellen Profils ist es sehr schwierig, die beiden Deka-Fonds richtig zu kategorisieren", gibt Feri-Analyst Christian Michel zu. Die Zuordnung zur Rubrik "Dachfonds flexibel" sieht er deshalb nur als vorübergehend an. Michel: "Wir werden in Kürze eine bessere Lösung finden."

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