Nebenwerte-Experte
Frank Hansen ist Deutschlands bester Fondsmanager

Deutschland sucht den Super-Fondsmanager - und hat ihn gefunden. Die Jury des Morningstar Fund Awards 2011 wählte Frank Hansen zum besten Fondsmanager des Jahres - und lobten ihn für sein gutes Gespür.
  • 0
Frankfurt

Er gilt als klassischer Norddeutscher, nicht nur wegen seines Namens: Frank Hansen macht nicht viel Aufhebens um seine Person. "Er gehört zu den wenigen Fondsmanagern, die seit Jahren besser als der Börsenvergleichsindex abschneiden - und das sowohl in guten wie in schwachen Börsenzeiten." So beschreibt Werner Hedrich, Deutschlandchef von Morningstar, den Fondsmanager des Jahres 2011. Dieser Preis würdigt die Gesamtleistung eines Fondslenkers über einen längeren Zeitraum hinweg.

Ausgewählt werden die Sieger von den Morningstar-Fondsanalysten anhand der Wertentwicklung der entsprechenden Investmentfonds sowie qualitativen Kriterien. "Hansen hat im vergangenen Jahr ein weiteres Mal gutes Gespür bewiesen und solide, gute fundamentale Analyse für deutsche und europäische Small- und Mid-Caps gezeigt", sagt Hedrich. Auf seinem Gebiet gebe es kaum einen erfahreneren Fondsmanager als ihn.

Hansen nimmt das Lob typisch zurückhaltend: 2010 sei es eben wichtig gewesen zu erkennen, dass die Märkte wieder in einer expansiven Phase seien, resümiert der gebürtige Flensburger. Wirtschaftlicher Aufschwung, Niedrigzinsphase sowie historisch niedrig bewertete Aktien nennt der 52-jährige Argumente für Dividendenpapiere. "Viele Leute hatten und haben immer noch eine negative Einstellung zu Aktien. Davon darf man sich nicht anstecken lassen."

Leicht beeindrucken lässt sich der Leiter des Nebenwerteteams, der beim größten deutschen Vermögensverwalter Allianz Global Investors drei Milliarden Euro Kundengelder verantwortet, nicht: Während zahlreiche Konkurrenten recht nah an ihren Börsen-Vergleichsindizes agieren, bestückt Hansen seine beiden Aktienfonds weitgehend frei. Besonders mag der Wirtschaftswissenschaftler und CFA-Analyst Firmen mit klar ausgerichtetem Geschäftsmodell, die im Idealfall am Beginn eines Wachstumspfades stehen. Aktuell findet er in Deutschland beispielsweise die Energiedebatte besonders spannend und nennt den Heizungs- und Lüftungsspezialisten Centrotec als aussichtsreiches Investment. Auch Gewinner der Globalisierung wie der exportstarke Maschinen- und Anlagenbauer Gea zählen zu seinen Favoriten.

Seit mehr als 20 Jahren sucht Hansen nach attraktiven Aktien, 14 Jahre davon bei der Allianz-Tochter. Sein Interesse an Neuem und spannenden Gesprächspartnern reizen ihn noch immer an seinem Job, wie der zweifache Familienvater sagt. "Es ist spannend zu verfolgen, wie aus guten Geschäftsideen gesunde Geschäftsmodelle entstehen, die sich für die Aktionäre auszahlen." Bei Nebenwerten sei der persönliche Kontakt zu Unternehmen essenziell, findet Hansen. Denn im Vergleich zu großen Konzernen etwa aus dem Standardaktienindex Dax gibt es weniger Analystenberichte, die die Einflussgrößen und besonderen Ineffizienzen kleiner Märkte erfassen. "Dadurch wird die eigene Bewertung des Unternehmens wichtiger." Ihm gehe es dabei stets darum, die große Linie zu verstehen, nicht in den Würgegriff von Details zu geraten, betont er. Diese Haltung scheint Hansen offenbar an den richtigen Stellen zuzulassen. Viele Fondsanalysten gestehen ihm gutes Händchen dafür zu, Aktien mit Potenzial früh zu entdecken.


Kommentare zu " Nebenwerte-Experte: Frank Hansen ist Deutschlands bester Fondsmanager "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%