Neue EU-Richtlinien
Fondsvertrieb muss aufklären

Mehr Beratung und mehr Transparenz - das sind die Ziele von zwei neuen EU-Richtlinien. In Zukunft werden sich die europäischen Fondsanbieter und Produktverkäufer stärker um anlegergerechte Beratung und Aufklärung kümmern müssen.

FRANKFURT Das prägt die Diskussionen um die Neuregelung der EU-Fondsrichtlinie (Ucit) und insbesondere die anstehende EU- Finanzmarktdirektive (Mifid). Die wichtigsten damit zusammenhängenden Fragen stehen im Mittelpunkt des dritten Teils der Handelsblatt-Artikelreihe zu den diskutierten neuen EU-Regeln zur Schaffung eines Binnenmarktes.

Es gibt insbesondere drei Diskussionsfelder an der Schnittstelle von Produkt und Vertrieb: verständliche Fondsprospekte und -berichte, Kostentransparenz, europaweite Spielregeln für die Anlegerberatung. „Das sind gute Nachrichten für das Fondsgeschäft, denn ein rein umsatzorientiertes Absatzgeschäft schadet nur“, sagt Wolfgang Mansfeld, Vorstand bei Union Asset Management und Experte für europäisches Fondsrecht. Auch andere Fachleute befürworten den Schwerpunktwechsel auf regulatorischer Ebene von der reinen Produkt- zur Vertriebsorientierung.

Bisher gescheitert ist die Anlagebranche an vereinfachten Fondsprospekten. „Idealerweise sollen sie das Produkt in verständlicher Form auf zwei Seiten erklären, aber die ursprüngliche Idee ist degeneriert, weil jedes Land noch Verbesserungen bieten wollte“, sagt Stefan Bichsel, Präsident des europäischen Fondsverbandes Efama. Die aktuell geltende EU-Richtlinie hatte allgemeine Anforderungen formuliert. Mit den nationalen Umsetzungen der Richtlinie wurden die Kurzprospekte teilweise auf 30 Seiten lange Ungetüme aufgebläht. Bichsel resümiert: „Da ist viel schief gelaufen.“ Jetzt wird ein neuer Anlauf gemacht.

Für ähnlich wichtig halten Experten die Vorschläge zu vereinfachten Jahresberichten über die Fondsaktivitäten. Diese Berichte erläutern die Aktivitäten und den Anlageerfolg im abgelaufenen Jahr. „Ein Privatanleger versteht die traditionellen Fondsberichte nicht“, sagt Gerold Hornschu, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. „Ein einfacher Bericht ist sinnvoll für den Anleger, und dieser Bericht muss sich von den komplexen Langfassungen der Reports lösen.“ Das ist laut Hornschu zumindest auf europäischer Ebene wegen unterschiedlicher nationaler Rechnungslegungsvorschriften und Steuersysteme eine Herausforderung.

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