Neue Investment-Gelegenheiten
Hedge-Fonds stecken noch im Tunnel

Das Schlimmste scheint überstanden: Hedge-Fonds sehen wegen der attraktiven Bewertung einiger Anlageklassen wieder interessante Investment-Gelegenheiten. Von einem unmittelbaren Ende der Finanzkrise gehen die Fondsmanager aber noch nicht aus.

FRANKFURT. "Wir befinden uns zwar noch im Tunnel, sind bei der Suche nach Licht jedoch hoffnungsvoll", sagt Ernest Boles, der neue Vorstandschef des zur Harald-Quandt-Familie zählenden Alternativ-Investment-Managers Auda. Zwar sei die Lage an den Finanzmärkten nach wie vor kritisch, doch spreche vieles dafür, dass das Schlimmste überstanden sei.

Die Hedge-Fonds-Branche insgesamt hat ihre Anteilseigner in diesem Jahr erneut enttäuscht. Denn die breiten Indizes - wie der HFRX Global Hedge Fund Index - weisen gegenüber dem Jahresbeginn einen Rückgang um rund fünf Prozent auf. Stellt man diese Performance jedoch in einen Zusammenhang mit anderen Anlageklassen, so ergibt sich ein erfreulicheres Bild für diese modernen Finanzinvestoren. Denn der MSCI-Weltaktienindex liegt zum Beispiel um 14,8 Prozent unter dem Stand vom Jahresultimo 2007.

Ungeachtet der in diesem Jahr bisher wenig erfreulichen Anlageresultate ist die Branche indes überzeugt, im weiteren Jahresverlauf wieder bessere Ergebnisse abliefern zu können. "Wir befinden uns in einem idealen Umfeld für Hedge-Fonds", sagt der amerikanische Hedge-Fonds-Pionier Phil Duff, Gründer von Duff Capital. Auch andere Beobachter der Alternativ-Investment-Branche sind davon überzeugt, dass vor allem die erfahrenen Manager dieser Kapitalpools das riesige Gewinnpotenzial, das in diesen turbulenten Zeiten besteht, mit ihrer Expertise für sich selbst erschließen können.

Die Geschichte habe gelehrt, dass sich immer dann günstige Einstiegsmöglichkeiten in die Finanzmärkte ergeben, wenn die in normalen Zeiten sehr enge Verbindung abreiße, die zwischen den ökonomischen Fundamentaldaten und dem Wert von Vermögen bestehe. Dies sei aktuell wegen des Vertrauensverlustes aufseiten der Anleger und Banken auf der einen und der eintrocknenden Liquidität auf der anderen Seite geschehen - so stark wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.

Die Nervosität sei daher noch groß, doch sei Besserung in Sicht, sagt Auda-Chef Boles. Wegen ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung würden die USA dabei das gesamte ökonomische Weltklima prägen, sagt er. Weder Europa noch andere Regionen in der Welt könnten sich von diesen negativen Entwicklungen abkoppeln. Boles beschreibt gegenüber dem Handelsblatt die Gefahr, dass gerade die US-Finanzmärkte mit weiteren Störfaktoren im Bereich Konsumentenkredite konfrontiert werden könnten.

Im Deleveraging-Prozess - also dem Abbau der Verschuldung und die geringere Nutzung von Krediten - befinde man sich die US-Volkswirtschaft bereits im siebten oder achten Inning eines über neun solcher Spielabschnitte gehenden Spiels, zieht Phil Duff Vergleiche mit dem Baseball. Auch Ernest Boles sieht Chancen für ein Ende der Finanzkrise. Er erwartet nicht, dass die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession abgleiten wird, weil er mit fiskalpolitischer Stimulans seitens der Regierungen rechnet. Auf der anderen Seite bezieht er die in den vergangenen Jahren gestärkten Unternehmensbilanzen in seine Überlegungen ein.

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