Neue Investorengruppe
Hedge-Fonds drohen durch Refco-Desaster Verluste

Nach dem Konkursantrag des Skandalbrokers Refco zeigt sich, welchen Schaden die Investoren aus der viertgrößten Pleite in der US-Geschichte zu erwarten haben.

mm NEW YORK. Aus den beim Konkursgericht eingereichten Unterlagen geht hervor, dass eine Reihe von Hedge-Fonds über eine Milliarde Dollar in Refco-Papiere investiert haben. Aber auch „normale“ Investmentfonds gehören zu den Refco-Anlegern.

Die Bilanz-Manipulationen waren in der vergangenen Woche aufgeflogen. Refco räumte ein, dass der inzwischen beurlaubte Vorstandschef Phillip Bennett dem Unternehmen über eine heimlich von ihm kontrollierte Firma 430 Mill. Dollar schuldet. Inzwischen sind große Teile des größten unabhängigen Termin- und Rohstoffbrokers in die Insolvenz gegangen. Einen der wichtigsten Firmenteile, den Futureshandel will eine Gruppe um den Investor Christopher Flowers für 768 Mill. Dollar übernehmen.

Die Hedge-Fonds hatten in Refco-Anleihen investiert. Während der Krise waren die Papiere von 1,08 Dollar auf 56 US-Cent gefallen. Unter den 50 größten Refco-Gläubigern finden sich elf Hedge-Fonds, darunter drei Fonds der Capital Group, die sich auf Emerging Markets und Krisenunternehmen spezialisiert hat. Fonds von Jim Rodgers, der sich auf Rohstoff-Investments konzentriert, finden sich ebenfalls unter den Anlegern.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass auch die Investmentfonds Vanguard und Eaton Vance Refco-Bonds für ihre Depots gekauft haben. Dagegen hat die Allianz-Tochter Pimco mitgeteilt, dass sie ihre gesamte Refco-Position verkauft habe.

Größter Gläubiger des Terminmarktbrokers ist die Österreichische Bank Bawag, die Refco 451 Mill. Dollar geliehen hat. Die Ratingagentur Moody’s hat bereits die Bonitätsbewertung der Bawag unter Beobachtung für eine Herabstufung gestellt. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) will ab Montag im Fall Refco gegen die Bawag ermitteln. Dabei untersuche die Behörde die Rechtmäßigkeit der Vergabe der Kredite, sagte ein FMA-Sprecher gestern.

Die von Flowers geführte Investorengruppe wird keinerlei Zahlungsverpflichtungen für die Refco-Schulden übernehmen, das zeigen die Insolvenzpapiere. Gestern kündigte der Investor an, er wolle die Übernahme des Futureshandels innerhalb eines Monats abschließen. Sollte ein Konkurrent mehr Geld für das Futures-Geschäft bieten und Flowers damit ausstechen, müsste der Bieter fünf Mill. Dollar von den Kosten der Investorengruppe übernehmen und eine so genannte Break-up-Fee von 21 Mill. Euro bezahlen.

In Finanzkreisen heißt es, dass auch andere Beteiligungsgesellschaften wie zum Beispiel Blackstone Interesse an Refco hätten. Die staatliche Investmentgesellschaft von Dubai soll sogar bereits eine Milliarde Dollar geboten haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%