Neue Produkte verkaufen sich gut – Experten empfehlen Anlagegesellschaften, ihr Angebot auszuweiten
Zertifikate setzen Investmentfonds zu

Der Absatz klassischer Investmentfonds ist ins Stocken geraten, während Zertifikate zum Verkaufsschlager geworden sind.

FRANKFURT/M. Einer Studie der Unternehmensberatung ICME zufolge werden die Anleger bis 2008 in Deutschland für rund 146 Mrd. Euro Zertifikate in ihren Depots halten – fast fünfmal soviel wie derzeit. Experten raten den Fondsfirmen, mit dem Angebot einer umfassenden Vermögensverwaltung gegenzusteuern. Diese müsste neben den traditionellen Investmentprodukten auch Zertifikate und Direktanlagen in Aktien oder Anleihen einbinden. Teilweise werden derartige Konzepte bereits von einigen Fondsfirmen eingesetzt oder geplant.

Die Unternehmensberatung ICME bescheinigt dem Zertifikatemarkt in einer Analyse, deren Ergebnisse dem Handelsblatt bereits vorliegen, hervorragende Absatzperspektiven. „In Zertifikaten sind jetzt rund 30 Mrd. Euro investiert“, sagt Jens Kleine, Partner von ICME und Professor für Finanzdienstleistungen an der Steinbeis- Hochschule in Berlin. In Publikumsfonds für Privatanleger stecken derzeit 454 Mrd. Euro. Frische Mittel fließen allerdings immer spärlicher, im bisherigen Jahresverlauf waren es nur elf Mrd. Euro.

Zertifikate sind aus rechtlicher Sicht Anleihen, die von Banken emittiert werden, keiner Aufsicht unterliegen und keinen Schutz vor Kapitalverlust im Insolvenzfall bieten. Bei Investmentfonds dagegen handelt es sich um staatlich beaufsichtigte Sondervermögen mit Insolvenzschutz. Dennoch fordert die Fondsbranche nicht, dass sich die Finanzaufsicht dem Zertifikatemarkt annimmt. Der Branchenverband hofft auf eine Selbstregulierung der Konkurrenz.

Zertifikate wurden in der jüngeren Vergangenheit beliebter, weil sie häufig auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Anleger zugeschnitten sind und von den Emittenten in sehr kurzer Zeit emittiert werden können. Darüber hinaus forcieren Banken ihren Absatz auf Grund der besseren Ertragsmöglichkeiten. Das schafft konzerninterne Konkurrenz, da die Institute oder Institutsgruppen häufig über eigene Fondstöchter verfügen. Aus diesem Grund gilt das Thema als heißes Eisen. Viele Vertreter von Fondsfirmen und selbst Unternehmensberater wollen sich daher nicht öffentlich äußern. „Das muss alles undercover laufen oder über den Fondsverband BVI“, sagt der Vertreter eines Investmenthauses.

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