Neue Produkte
Zertifikate jagen das Alpha

Die stockende Kursentwicklung an den Aktienmärkten hat am Zertifikatemarkt eine neue Modewelle in Gang gesetzt. Als Alternative für unruhigere Börsenzeiten haben zahlreiche Banken so genannte Alpha-Produkte in ihr Angebot aufgenommen. Sie sollen Anlegern unabhängig vom Marktgeschehen attraktive Renditen bringen.

FRANKFURT. "Viele Anleger sind der Meinung, dass der Markt inzwischen weit gelaufen ist. Sie suchen nach einer Absicherung", sagt Matthias Schölzel, Zertifikate-Experte der Deutschen Bank. Mit dem Versprechen hoher marktunabhängiger Erträge buhlen die Emittenten um diese skeptischen Investoren.

Die Kennziffer Alpha kommt ursprünglich aus der Fondsbranche. Sie bezeichnet den Teil der Rendite eines Fonds, der durch aktives Management erzielt wird, unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung. Wie ein Versprechen tragen dennoch Dutzende Investmentfonds das Alpha in ihrem Produktnamen. Sehr häufig rutscht dieser Wert allerdings ins Minus.

Die Zertifikatebranche steht dem inzwischen in nichts mehr nach. "Alpha-Zertifikate bieten Anlegern etwas ganz Neues", sagt Sebastian Bleser, Zertifikate-Fachmann bei Société Générale. "Bisher konnten sie auf steigende, fallende und seit einiger Zeit auch auf seitwärts laufende Kurse wetten. Mit Alpha-Produkten lösen sie sich jetzt komplett von der allgemeinen Marktentwicklung, da es schon reicht, wenn sich ein Basiswert besser als ein Vergleichswert entwickelt - egal ob er steigt oder fällt."

Auf der Jagd nach dem Alpha gehen die Banken allerdings recht verschiedene Wege. Die einfachste Variante, die viele Emittenten - zum Teil als "Outperformance"- oder "Long/Short"-Zertifikate - im Angebot haben, sind Papiere, die auf die unterschiedliche Wertentwicklung zweier Basiswerte wetten. Die Rechnung für den Anleger ist dabei ganz einfach: Steigt der favorisierte Basiswert, profitiert er eins zu eins von der positiven Kursdifferenz.

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Als Basiswerte der Papiere kommen neben Aktien und Indizes auch Fonds in Betracht. Die UBS etwa setzt bei ihren "Portable Alpha Zertifikaten" darauf, dass sich der Aktienfonds Starplus Starpoint besser entwickelt als der Referenzindex MSCI Daily und zahlt Anlegern die Differenz plus einer festen Verzinsung. Einen ähnlichen Weg geht die Kölner Sauren AG, die ihren Global-Growth-Fonds gegen den MSCI World laufen lässt. Hier erhält der Anleger zuzüglich zu einer Basisverzinsung das Doppelte der Outperformance des Fonds.

Im Fundus der Banken finden sich aber auch kompliziertere Alpha-Strategien: So baut die Dresdner Bank beim "Alpha Search Zertifikat" auf einen Index aus 25 Aktien, die mit Hilfe eines computergestützten Modells ausgewählt werden. Die niederländische ABN Amro wiederum versucht mit ihren Alpha-Indizes, für verschiedene Regionen überdurchschnittliche Renditen zu erzielen, indem sie nur zum Monatsende und vor Feiertagen investiert, weil hier höhere Börsenumsätze erfahrungsgemäß zu Kursgewinnen führen. Außerhalb der kurzen Zeitfenster wird das Geld wie Tagesgeld verzinst.

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