Neue Renditequellen
Verstecktes Geld suchen

Hedge-Fonds-Manager nutzen die Chancen von Fusionen und Übernahmen. Bei dieser als "Event Driven" bezeichneten Strategie setzen sie darauf, dass sich der Unternehmenswert von Gesellschaften durch Übernahme, Zerschlagung, Buyout oder Aktienrückkäufe deutlich erhöht.

FRANKFURT. Auf der Jagd nach neuen Renditequellen suchen Hedge-Fonds-Manager ihr Heil immer stärker in Wertpapieren von Unternehmen, die vor Umstrukturierungen oder vor Fusionen und Übernahmen (M&A) stehen. Bei dieser als "Event Driven" bezeichneten Strategie setzen die Hedge-Fonds darauf, dass sich der Unternehmenswert von Gesellschaften durch bestimmte Ereignisse wie Übernahme, Zerschlagung, Buyout oder Aktienrückkäufe deutlich erhöht.

"Rund 14 Prozent der von Hedge-Fonds verwalteten Gelder stecken in Event-Driven-Strategien", sagt Thomas Della Casa vom zur Man Group gehörenden Hedge-Fonds RMF. Auffallend ist, dass Hedge-Fonds mit Investments in Aktiengesellschaften, die vor "Ereignissen" stehen, in den vergangenen Jahren überdurchschnittliche Renditen erzielt haben. Nach Angaben von Oliver Schupp, dem Präsidenten von CS/Tremont Hedge Fund Index in New York, ist der Subindex Event Driven seit dem Jahr 2003 um 11,50 Prozent pro Jahr gestiegen, während der Gesamtindex für Hedge-Fonds eine jährliche Performance von nur 10,67 Prozent aufwies.

"Das wirtschaftliche Umfeld unterstützt diese Strategie weiterhin", sagt Della Casa mit Hinweis auf anhaltend lebhafte Aktivitäten bei Fusionen, Übernahmen und Aktienrückkäufen.

Diese Sicht der Dinge teilt auch Ronan Carr von Morgan Stanley, der darauf hinweist, dass der M&A-Boom in voller Blüte stehe. Der Wert europäischer M&A-Transaktionen dürfte in diesem Jahr zumindest den des Rekordjahres 2000 von 1 200 Mrd. Dollar erreichen, sagt Carr. Doch damit nicht genug - der Experte ist davon überzeugt, dass sich dieser Boom zeitlich noch ausdehnen wird. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil der Appetit der Private-Equity-Branche noch immer nicht voll gestillt ist. "Private-Equity-Unternehmen sitzen weltweit auf 350 Mrd. Dollar in bar", weist der Fachmann auf die Dimension des Booms hin.

Wo aber sehen die von Ereignissen getriebenen Hedge-Fonds-Manager künftig das größte Potenzial? Für RMF-Vertreter Della Casa steht fest, dass die Branche der europäischen Energieversorger weiteren Konsolidierungsbedarf hat und es hier in den nächsten Monaten zu weiteren Transaktionen kommen wird, auf die Hedge-Fonds-Manager sehnlich warten. Darüber hinaus erwartet er eine Fortsetzung des Konzentrationsprozesses in der Minenbranche.

Morgan-Stanley-Fachmann Ronan Carr sieht enormes Potenzial für weitere Übernahme- und Fusionsaktivitäten in den Wirtschaftszweigen Medien, Telekom und Konsumgüter. Er verweist auch darauf, dass von Familien kontrollierte Firmen Phantasie bei Hedge-Fonds freisetzen dürften. Konkret nennt er in diesem Kontext Aktien wie JC Decaux, Inditex, Schwarz Pharma, ERG und Synthes.

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