Neue Schließungen drohen
Immobilienfonds schlägt die Stunde der Wahrheit

In spätestens drei Wochen müssen die seit fast zwei Jahren eingefrorenen Immobilienfonds Degi Europa des Verwalters Aberdeen Property und Morgan Stanley P2 Valuez entscheiden, ob sie ihren Anlegern wieder den Verkauf von Anteilen erlauben oder schließen. Die Branche erwartet eher letzteres.
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DÜSSELDORF. Drei Wochen sind es noch, dann spätestens wird eine Entscheidung fallen, auf die die Immobilienbranche gespannt wartet: Die seit fast zwei Jahren eingefrorenen Immobilienfonds Degi Europa des Verwalters Aberdeen Property und Morgan Stanley P2 Value müssen bis Ende Oktober entscheiden, ob sie wieder Anteile ihrer Anleger zurücknehmen oder die Fonds abwickeln. Beide versichern, die Fonds rechtzeitig zu öffnen. In der Fondsbranche aber überwiegt die Skepsis: Mögliche Abwicklungsszenarien gelten als wahrscheinlicher als ein glücklicher Ausgang.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Konkurrent Kanam als erste Gesellschaft bekanntgegeben, seinen zuvor eingefrorenen Immobilienfonds, den US-Grundinvest, abzuwickeln. Die Stimmung in der Branche ist auch knapp zwei Jahre nach den ersten Fondsschließungen immer noch angespannt. Vergangene Woche erst schloss der kleine Immobilienfonds UBS (D) 3 Sector Real Estate. An ihm zeigen sich die Probleme, die Degi Europa und P2 Value überwinden müssen bis zur Stunde der Wahrheit.

Dem UBS-Fonds wurden die Dachfonds zum Problem, die in ihn investiert hatten. Sie selbst leiden auch unter Abflüssen und wollen deshalb schnellstmöglich ihre Investitionen in offenen Immobilienfonds zu barer Münze machen. Auch im P2 Value von Morgan Stanley steckt viel Dachfonds-Geld. Zwei Dachfonds - der selbst eingefrorene Allianz Premium Immobilien und der DJE Real Estate, der bereits einmal die Anteilsrücknahme ausgesetzt hatte - halten insgesamt geschätzt gut 15 Prozent des Fondsvermögens.

Selbst wenn nur diese beiden Dachfonds ihre Anteile sofort nach einer Wiedereröffnung des P2 Value zurückgäben, hätte der Morgan-Stanley-Fonds ein Problem. Einiges spricht aber genau dafür: Der Allianz-Dachfonds ist heute weit überwiegend in eingefrorenen Immobilienfonds investiert und will möglichst bald öffnen. Da liegt die Annahme nahe, dass er Kasse macht, sobald er kann.

Welche Gefahr von flüchtenden Dachfonds ausgehen kann, belegt eine Zahl, die das Analysehaus Feri Euro Rating für das Handelsblatt errechnet hat: Mindestens 2,8 Mrd. Euro sind derzeit von Dach- und Mischfonds in deutschen Immobilien-Publikumsfonds investiert. Das Beispiel des neuen Fonds Hausinvest Europa von der Commerz Real zeigt, wie sehr das Schicksal eines Fonds vom Verhalten eines Dachfonds-Investors abhängen kann.

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