Neue Zertifikate
Anleger können auf Erdbeben spekulieren

Bei der Verbriefung von Versicherungsrisiken geht die Finanzwirtschaft neue Wege. Bisher wurden solche Risiken vor allem in der Wertpapierform von Katastrophenanleihen (Cat-Bonds) verbrieft und in den Portfolios der Anleger platziert. Doch jetzt verpackt die Finanzwirtschaft Risiken auch in Zertifikaten.

FRANKFURT. Die Credit Suisse Deutschland hat sich entschlossen, Versicherungsrisiken aus Naturkatastrophen wie Hurrikans, Erdbeben, Dürren oder Überschwemmungen in die Form eines Zertifikats zu verpacken und bis Ende Februar zur Zeichnung anzubieten. Der Markt für Wertpapiere wie Katastrophenbonds, die Versicherungsrisiken verbriefen, in der Sprache der Finanzmärkte als Insurance Linked Instruments bezeichnet, wird auf ein Volumen von 6,7 Mrd. Dollar beziffert. Mit 250 Mrd. Dollar ist jedoch der Markt für nicht verbriefte Versicherungsrisiken, die individuell vereinbart werden, ungleich größer.

In das neue Zertifikat fließen nicht nur Versicherungen ein, die von den Rückversicherungsgesellschaften am Kapitalmarkt angeboten werden. "Der Portfoliomanager bedient sich auch der am Markt verfügbaren nicht verbrieften Instrumente", sagt Markus Günther von Credit Suisse. Dabei handele es sich zum Beispiel um die Absicherung von Einzelrisiken aus den Bereichen Schifffahrt und Sportveranstaltungen. So hatte sich der Weltfußballverband Fifa durch die Ausgabe eines Cat-Bonds gegen Risiken im Zusammenhang mit der Fußball-WM in Deutschland abgesichert. Bei den genannten Einzelrisiken handelt es sich zum Beispiel auch um Versicherungen von Ölplattformen gegen Explosionen oder gegen den Untergang. Während der Anleger bei Cat-Bonds mit der Eintrittswahrscheinlichkeit des versicherten Naturereignisses kalkuliert - was den Totalausfall bedeuten kann -, verteilen sich die Risiken beim Zertifikat auf mehrere Risikoklassen und Versicherungsfälle.

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