Neuer DWS-Fonds
Klaus Kaldemorgen im Fondsmantel

Die DWS fördert den Star-Kult. Der erste Hedge-Fonds von Klaus Kaldemorgen trägt den Namen des Star-Fondsmanagers im Titel. Ein Verkaufserfolg scheint der Deutsche-Bank-Tochter sicher. Anders sieht es für Anleger aus.
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DüsseldorfKlaus Kaldemorgen hat sich für 2011 viel vorgenommen. Pünktlich zum Jahreswechsel zog die Ikone der Fondsgesellschaft DWS einen Schlussstrich unter seine Doppelfunktion als Fondsmanager und Sprecher der Geschäftsführung. Kaldemorgen will – oder soll – jetzt wieder stärker den Anlageguru geben und sich vor allem um die Steuerung seiner Fonds-Flaggschiffe kümmern.

Die haben es nötig: Im vergangenen Jahr hinkten die von Kaldemorgen betreuten DWS Akkumula und DWS Vermögensbildung I dem Markt weit hinterher. Doch 2011 sieht es kaum besser aus: Während der Dax seit Januar immerhin noch knapp im Plus liegt, haben beide Kaldemorgen-Produkte rund fünf Prozent an Wert eingebüßt.

Die DWS kratzt das allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Deutsche-Bank-Tochter setzt in der Kundenwerbung jetzt noch stärker auf ihren berühmtesten Mitarbeiter und benennt einen neuen Fonds nach ihm. Der „DWS Concept Kaldemorgen“ soll Anleger mit einem „Total Return Ansatz“ an Aktienkursgewinnen beteiligen, sie gleichzeitig aber in Krisenzeiten ein Stück weit absichern.

Möglich machen soll das eine „Multi-Strategie à la Kaldemorgen“, wie es in der Fondsbroschüre heißt. Je nach Marktlage kann der Fondsmanager die Gewichtung einzelner Anlageklassen verschieben. Neben Aktien, die den Schwerpunkt des Portfolios bilden sollen, kann er auch in Unternehmens- und Wandelanleihen sowie in Derivate investieren. Letztere können beispielsweise für Wetten auf fallende Kurse genutzt werden.

Revolutionär ist dieser Ansatz nicht, zahlreiche andere Fondsgesellschaften haben derartige „Hedge-Fonds light“ bereits im Sortiment. Und auch bei der Themenauswahl betritt die DWS nicht gerade Neuland: Als Themen und Trends mit großer Relevanz bezeichnen sie in ihrer Werbebroschüre unter anderem Energieefizienz und Umwelttechnik, Infrastruktur, Zugang zu Rohstoffen, Bric und Schwellenländer der nächsten Generation sowie Gold – allesamt Themen, die seit Jahren als Trend oder sogar Megatrend gespielt werden.

Aber um Innovationen geht es ja auch nicht, sondern um den Namen. Dass sich Kaldemorgen diesen Namen in der Vergangenheit als Aktienfondsmanager, nicht aber als Manager von Hedge-Fonds gemacht hat, verschweigt die DWS den Anlegern. Dafür lässt sie sich die Dienste ihres Star-Managers sehr gut bezahlen. Neben einem Ausgabeaufschlag müssen Anleger jährlich 1,5 Prozent Verwaltungsgebühr bezahlen. Und sollte sich der Fonds besser entwickeln als der Referenzzinssatz Eonia, gehen 15 Prozent des Mehrertrags ebenfalls an die DWS.

Ein Erfolg für die DWS dürfte der Kaldemorgen-Fonds trotzdem werden. Der prominente Name und die Vertriebskraft des Fondshauses werden schon dafür sorgen. Ob sich ein Einstieg auch für Investoren lohnen wird, steht dagegen auf einem anderen Papier. Immerhin verspricht die DWS, dass Kaldemorgen und sein Team ein „asymmetrisches Ertrags-Risiko-Verhältnis“ anstreben – fügt aber vorsichtshalber direkt dazu, dass die Asymmetrie zugunsten des Anlegers wirken soll.

 

 

 

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

Kommentare zu " Neuer DWS-Fonds: Klaus Kaldemorgen im Fondsmantel"

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  • Mich wundert, dass man nicht in der Lage ist, bei der DWS erstmal die Hausaufgaben zu machen, die notwendig sind, um die bereits bestehenden Fonds mindestens nicht konstant in der Verlustzone zu lassen.
    Man wird den Eindruck nicht los, dass man ohnehin nicht weiss, wir man die Fonds wieder auf die Gewinnstrasse bringt und lieber mal was neues auflegt.
    Ausgerechnet noch den Fond nach Kaldemorgen zu benennen, ist der Hohn. Wer glaubt schon einem Manager, der lauter Verlustfonds vorstand ?
    Mein DWS Fond hat es im Verlaufe von nunmehr drei Jahren auf einen Verlust von Konstant von 40 % meiner Einlagen gebracht; ich bin ja schon froh, dass er sich aus der Verlustzone von 70 % herausbegeben hat. Und ist ist noch eine relativ normal aufgestellter Fond.
    Man hätte die Konsquenz ziehen müssen und Herrn Kaldemorgen entweder entlassen oder an in den Schalterdienst schicken müssen. Damit wäre den Anlegern bei weitem mehr geholfen.

  • Der Sprit für die eigene Harley wird wohl wieder mal zu teuer im Zuge steigender Rohölpreise. Vergreist sieht der Herr ebenso aus; sein Vermögensbildungsfonds I zeigt, wo die Fahrt hingeht: je schwerer die Masse desto weniger kann in kleine Unternehmen investiert werden, die Wachstum haben. Auch weil eine Position im Fonds nicht mehr als 10 Prozent inne haben darf. Und bei diesen Mischsuppen, die nur für Dummies gemacht sind, dass DER das schon richtig macht - gute Nacht im überschuldeten Europa, den überschuldeten USA. Das ist dann das Gleiche wie wenn man sein Cash auf ein Sparbuch legt: Entwertung!

  • Also wer so was kauft, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen.

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