Neuer Fund soll Klassiker entlasten
Fidelity setzt in Europa auf Multi-Manager-Ansatz

Groß, größer, Fidelity European Growth - ein Dreiklang, der die Volumenverhältnisse bei den rund 400 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa ziemlich exakt wiedergibt.

HAMBURG. Mehr als 21 Milliarden Euro hat Fidelity-Manager Grahm Clapp derzeit unter Verwaltung, das entspricht 40 Prozent dessen, was die zehn Schwergewichte dieser Kategorie (Tabelle) zusammen auf die Waage bringen. Trotzdem hat Clapp offenbar keine Schwierigkeiten, die noch immer zahlreich fließenden neuen Gelder renditeträchtig anzulegen: Auch im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research schneidet der Fidelity European Growth fast sechs Prozentpunkte besser ab als der Vergleichsindex MSCI Europe.

Um Clapp seine Flexibilität zu erhalten, stoppte Fidelity bereits 2004 den aktiven Vertrieb des Mega-Sellers. Doch deutsche Anleger beeindruckte das bislang wenig. Deshalb versucht es die US-Gesellschaft jetzt auf einem anderen Weg: Sie legte mit dem Fidelity European einen europäischen Aktienfonds auf, der aggressiv vermarktet werden soll. "Der Fonds wird für uns ein ganz wichtiges Produkt", bestätigt Klaus Baum, -Jürgen Deutschland-Geschäftsführer.

Anders als der European Growth ist der von Rita Grewal betreute Fidelity European ein Multi-Manager-Fonds: Grewal kann unter rund 15 Europa-Managern der US-Gesellschaft wählen, von denen vier bis sechs mit ihren Investment-Ideen im Portfolio vertreten sein werden. Derzeit sind das Thomas Fraenkel-Thonet (Fidelity European Larger Companies), Sanjeev Shah (Fidelity European Aggressive), Colin Stone (Fidelity European Smaller Companies) und Ben Paton.

Nach dem gleichen Prinzip managt Grewal bereits den im Mai 2005 aufgelegten Fidelity Moneybuilder Europe, der sich allerdings im Betrachtungszeitraum knapp zwei Prozentpunkte schlechter entwickelt hat als der Fidelity European Growth. Dennoch biete ihr Mix langfristig Vorteile, wie sie betont: "Die von mir ausgewählten Manager stehen für unterschiedliche Anlagestile und konzentrieren sich auf unterschiedliche Marktsegmente." Das glätte die Performance, ebenso wie die breite Streuung auf rund 400 Einzeltitel.

"Mit dem aktuellen Volumen würde ich den Fidelity European Growth weder empfehlen noch kaufen", sagt Eckhard Sauren. Der Fondsmanager und Gründer von Sauren Fonds-Research sieht seine Vorbehalte mit dem neuen Fonds nicht ausgeräumt: "Fidelity verwaltet in europäischen Aktien ein für unseren Geschmack zu hohes Volumen." Als Alternative empfiehlt er den Nordea European Value, den Mainfirst Classic Stock oder den Europa Aktienfonds Ulm FP.

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