Neuer gemeinsamer Verband
Doppelspitze für die Derivatebranche

Die beiden Spitzenverbände der Derivatebranche, DDI und Derivate Forum, werden zum 1. Januar 2008 fusionieren. Dies teilten die beiden Interessenvertretungen am Dienstag mit und bestätigten damit einen Bericht des Handelsblatts. Es steht auch schon fest, wer den neuen Verband führen soll.

FRANKFURT. Hartmut Knüppel (54) und Lars Brandau (41) sollen die Geschäftsführung der neuen Organisation übernehmen. Der entstehende "Deutsche Derivate Verband e. V." mit Sitz in Frankfurt und Büros in Berlin und Brüssel soll weiterhin das Ziel verfolgen, Märkte und Produkte für Privatanleger transparenter zu machen.

Der Zusammenschluss der beiden konkurrierenden Derivate-Verbände ist eine Folge der Steuergesetzgebung des Bundes. Die Derivatebranche fühlt sich durch die neue Abgeltungsteuer benachteiligt, weil es für ältere Zertifikate - anders als für Aktien und Fonds - nur einen begrenzten Bestandsschutz gibt. Die Banken führen dies unter anderem auf eine bislang zu schwache Lobby in der Politik zurück. Ziel der Fusion ist daher, die Derivatebranche besser in Berlin zu verankern.

Mit Hartmut Knüppel als geschäftsführendem Vorstand soll deshalb ein ausgewiesener Politprofi an die Spitze des Verbandes rücken. Der promovierte Wirtschaftsingenieur hat in der Politik bereits einige Stationen durchlaufen, unter anderem war er persönlicher Referent des früheren Außenministers Hans Genscher. -Dietrich Erfahrungen in der Verbandspolitik sammelte Knüppel 1994 bis 2000 als Geschäftsführer und Kommunikationschef im Bundesverband Deutscher Banken. Seit Anfang 2004 ist der zweifache Vater Chef-Lobbyist der Dresdner Bank in Berlin.

Gute Drähte in die Hauptstadt hat auch Lars Brandau, der künftig als stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbandes Knüppel unterstützten soll. Nach dem Studium der Politik und Germanistik kümmerte er sich beim NDR Hörfunk um Landespolitik. 1992 wechselte Brandau als Mann der ersten Stunde zum Nachrichtensender n-tv nach Berlin. Dort begleitete er in leitender Funktion zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen sowie zwei Wahlkämpfe in den Vereinigten Staaten. Der Finanzwelt ist der Familienvater als langjähriger Moderator der n-tv-Finanzsendung "Telebörse" bekannt. Nach fast 15 Jahren verließ Brandau den Nachrichtensender im August.

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