Neuer Gesetzesentwurf
Fonds sollen Anleger verständlicher informieren

Die Anbieter müssen künftig vereinfachte Verkaufsprospekte zur Verfügung stellen. Experten fordern zudem bessere Rechenschaftsberichte.

fer FRANKFURT/M. Fondsanbieter müssen voraussichtlich ab Februar 2004 Anleger verständlicher über ihre Produkte informieren. Das sieht der Referentenentwurf des Gesetzes zur Modernisierung des Investmentwesens vor. Konkret bedeutet dies: Neben dem ausführlichen Fondsprospekt müssen die Anbieter den Investoren einen zusammenfassenden, leicht verständlichen Verkaufsprospekt zur Verfügung stellen.

Kritikern wie dem Beratungsunternehmen Fonds Advice geht das aber nicht weit genug: Sie fordern, dass auch die Rechenschaftsberichte der Fonds vereinfacht werden. Eine Studie des Unternehmens zeigt, dass besonders die in Deutschland aktiven ausländischen Gesellschaften hier oft nicht alle wichtigen Informationen auflisten.

Der Referentenentwurf schreibt für den vereinfachten Verkaufsprospekt unter anderem folgende Informationen vor: eine Kurzdarstellung des Fonds, eine Definition der Anlageziele und der Anlagestrategie, Angaben zum Risikoprofil, Auskünfte zur Besteuerung und „gegebenenfalls“ zur Wertentwicklung. Der europäische Fondsverband Fefsi hat ein Modell entwickelt, nach dem der neue Prospekt nicht länger als zwei DIN-A4-Seiten sein und außerdem die Wertentwicklung und die Gesamtkosten des Fonds (Total Expense Ratio, TER) ausweisen soll.

„Der vereinfachte Prospekt listet den Anlegern die wesentlichen Punkte auf, damit sie eine vernünftige Anlageentscheidung treffen“, sagt Steffen Matthias, Generalsekretär der Fefsi. Die neuen Prospekte erleichterten den europaweiten Vertrieb von Fonds. Außerdem machten die Prospekte die teilweise komplizierten Investmentprodukte für Privatanleger leichter verständlich.

Doch einigen Kritikern reicht dies nicht aus. „Was nutzt Anlegern, die schon mehrere Jahre in einem Fonds investiert sind, ein vereinfachter Verkaufsprospekt? Sie brauchen einen vereinfachten Rechenschaftsbericht“, sagt Matthias Koss, Geschäftsführer des Kölner Beratungsunternehmens Fonds Advice. Rechenschaftsberichte über die zurückliegende Geschäftsperiode sind für die Anteilbesitzer der Fonds bestimmt. Laut geltendem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) sollen sich die Anleger damit „ein Urteil über die Tätigkeit (der Investmentgesellschaft) und die Ergebnisse des Sondervermögens“ bilden können. Laut Koss sollte ein guter Rechenschaftsbericht erstens die Anlagepolitik des Fonds kommentieren sowie zweitens die Wertentwicklung des Produkts und drittens einen Kapitalmarktbericht enthalten. „Nur so kann der Anleger den Fonds in ein Gesamtbild einordnen“, sagt er. Allerdings fehle bei mehr als einem Viertel der in einer Studie von Fonds Advice untersuchten 2535 Fonds im Rechenschaftsbericht mindestens eine dieser wesentlichen Angaben. Dies gelte insbesondere für ausländische Gesellschaften, die ihre Fonds in Deutschland verkauften. Rund 54 Prozent der ausländischen Fonds wiesen inhaltliche Mängel auf. So fehlten bei jedem fünften untersuchten Fonds Angaben zur Wertentwicklung. Es sei eine Schwäche im neuen Investmentgesetz, dass diese Angabe nicht vorgeschrieben sei, sagt Koss.

Andreas Fink vom Fondsverband BVI weist die Kritik zurück. Er könne nur für die deutschen Fondsgesellschaften sprechen, bei deren Rechenschaftsberichten sei jedoch „nichts zu vereinfachen“. In Deutschland gebe es für die Rechenschaftsberichte Standards, welche die meisten Fondsgesellschaften auch befolgten. Die Fondsanbieter richteten sich nach Muster-Rechenschaftsberichten, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der BVI abgestimmt hätten.

Die Einführung eines europaweiten Standards für Rechenschaftsberichte sei „durchaus ein Thema für die Zukunft“, sagt Fefsi-Generalsekretär Matthias. Allerdings sei dies ein schwieriger Prozess. Die Rechnungslegungsvorschriften seien in den europäischen Ländern noch zu unterschiedlich, um die Rechenschaftsberichte der Fondsgesellschaften angleichen zu können. Momentan habe für die Fefsi die Einführung des vereinfachten Prospekts Priorität.

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