Neuer Optimismus
Fondsmanager setzen auf Junkbonds

In der Aufregung über eine weltweite Kreditkrise sind Junkbonds zu Unrecht unter die Räder gekommen, sagen einige Fondsmanager. Nun stocken einige ihre Bestände an den bonitätsschwachen Papieren wieder auf – und picken sich die Rosinen heraus.

HB NEW YORK. Junkbonds seien zu Unrecht unter die Räder gekommen, sagen einige Fondsmanager. Vermögensverwalter wie James Swanson von MFS Investment Management, Matthew Eagon von Loomis Sayles & Co. und Manny Labrinos von Nuveen Investment Management, empfehlen die bonitätsschwachen, aber renditestarken Papiere.

Sie picken sich Hochzinsanleihen heraus, deren Kurse wegen der Kreditklemme ungerechtfertigt nach unten gedrückt wurden, etwa Anleihen von Kasinobetreibern oder Unternehmen aus dem Gesundheitsfürsorgesektor. Im Juli hatten Junkbonds wegen der Subprime-Krise 3,14 Prozent an Wert verloren. Die Investoren zeigten eine Überreaktion auf die Turbulenzen am US-Hypothekenmarkt, schrieb die Ratingagentur Standard & Poor's in einer Studie. Es könne Monate dauern, bis ihr Appetit wieder voll da sei, erwartet S&P-Chefökonom David Wyss.

„Das Schlimmste ist vorbei“, sagt dagegen Swanson. „Wir sehen viele gute Schnäppchen.“ Eagan und Swanson stocken bei Junkbonds ihre Bestände auf. Die Fondsmanager, die auf „Ramschanleihen“ setzen, begründen ihre Zuversicht auch mit den steigenden Unternehmensgewinnen und niedrigen Ausfallquoten. Die Mitglieder aus dem S&P 500 Index haben für das zweite Quartal eine Gewinnsteigerung von 9,8 Prozent berichtet. Die Ausfallquote bei Junkbonds liegt weltweit bei 1,5 Prozent.

Die Wetten zahlen sich aus: Die „Ramschanleihen“ steuern auf ihren besten Monat seit April zu. Hochzinsanleihen haben im August auf annualisierter Basis 16 Prozent eingebracht, während Papiere aus der Gütekategorie Investmentgrade auf einen durchschnittlichen Ertrag von 9,8 Prozent kommen. 44 der 50 größten spekulativen Papiere wiesen einen positiven Ertrag auf; im Juni waren es zwei, im Juni keines.

Über die Hälfte der 50 Junkbonds mit der besten Performance im August kamen nach Daten von Merrill aus den Branchen Telekom, Versorger und Gesundheitsfürsorge. Die Anleihekurse des Chipherstellers Freescale Semiconductor und des Papier- und Baustoffherstellers Georgia-Pacific etwa seien ebenfalls stark genug gefallen, um nun attraktiv zu sein, erklärt Eagan.

Laut Bank of America haben Private-Equity-Geselllschaften noch Buyouts zu finanzieren und wollen dieses Jahr über 320 Mrd. Dollar über Kredite und Anleihen beschaffen. Seit Anfang Juli haben elf mit „Junk“ eingestufte Emittenten Anleihen begeben, verglichen mit 41 pro Monat im ersten Halbjahr. „Es ist ein Problem, diese aufgestaute Angebotslawine auf den Markt zu bekommen“, sagt Nuveen.

Der Renditeaufschlag von Junkbonds gegenüber US-Treasuries hat sich von einem Rekordtief bei 241 Basispunkten am 5. Juni auf bis zu 459 Basispunkte am 16. August ausgeweitet, geht aus Daten von Merrill Lynch & Co. hervor. „Ich glaube zwar noch nicht, dass wir aus dem Schneider sind, aber ich würde diese Kaufgelegenheiten nutzen“, sagt Eagan.

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