Neuer Vergleich Wenn die Fondskosten die Rendite auffressen

In einer Studie schneiden von Managern bestückte Anlagefonds bei den Renditen schlecht ab – besonders die mit hohen Kosten. Börsengehandelte Indexpapiere trumpfen hingegen auf. Doch es gibt auch Ausnahmen.
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Aktive Fonds schneiden in einem aktuellen Vergleich schlecht ab. Das Barometer vergleicht die Fonds nicht mit Indizes, sondern mit passiven Fonds. Quelle: gms
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Aktive Fonds schneiden in einem aktuellen Vergleich schlecht ab. Das Barometer vergleicht die Fonds nicht mit Indizes, sondern mit passiven Fonds.

(Foto: gms)

ChicagoBei einer Podiumsdiskussion hat Ben Johnson noch versichert, dass aktiv und passiv gemanagte Fonds beide ihren Platz in einer gut strukturierten Geldanlage hätten. Aber bei der Vorstellung eines neuen Vergleichs zwischen beiden Anlagetypen kann der Experte der Researchfirma Morningstar später nicht verhehlen: Die Ergebnisse für die aktiven Fonds sind vernichtend – jedenfalls für die Mehrzahl unter ihnen. „Entscheidend sind dabei die Kosten“, sagt Johnson. Denn die aktiven Fonds mit hohen Kosten schneiden noch weitaus schlechter ab als die preiswerten. Sie liefern nicht nur schlechtere Ergebnisse ab, sondern haben im Schnitt auch eine kürzere Lebensdauer.

Das neue „Active/Passive Barometer“ von Morningstar, das künftig einmal pro Halbjahr aktualisiert werden soll, vergleicht nicht einfach aktive, also von einem Manager oder einem Team gesteuerte Fonds, mit den jeweiligen Vergleichsindizes. „In die Indizes kann man ja nicht direkt investieren“, begründet Johnson seine Ablehnung dieses gängigen Verfahrens. Stattdessen vergleicht er die aktiven Fonds mit einer Gruppe von passiven Produkte, die möglichst ähnlich investieren. Das können ETFs, also börsengehandelt Fonds sein, die einfach einen gängigen Aktienindex abbilden. Aber dazu gehören auch einige, die auf speziellen, eigens für bestimmte Anlagezwecke konstruierten Indizes beruhen; diese Kategorie ist auch unter dem Schlagwort „Smart Beta“ bekannt, weil Beta den breiten Markttrend repräsentiert, der bei diesen Fonds noch „smart“ verbessert werden soll.

Die Ergebnisse sind aus dem US-Markt mit Stichtag Ende 2014 gewonnen, dürften aber für alle Märkte Aussagekraft haben. Hier ein Beispiel: Nur knapp ein Drittel der Aktienfonds mit großen US-Titeln, die einen gemischten Anlagestil fahren, schneidet binnen Jahresfrist besser als die entsprechenden passiven Fonds ab. Über zehn Jahre gerechnet schaffen das nur noch knapp 22 Prozent der aktiven Fonds, und hier von den Produkten mit besonders hohen Kosten nur knapp zehn Prozent.

Anders gerechnet: In dieser Kategorie brachten die aktiven Fonds zehn Jahre lang 6,74 Prozent durchschnittliche Rendite pro Jahr, die passiven dagegen 7,68 Prozent. Auffällig aber: Das Viertel der aktiven Fonds mit den niedrigsten Gebühren erzielte 7,30 Prozent, die teuersten dagegen nur 5,09 Prozent. In nur einer einzigen Kategorie schafften mehr als die Hälfte der aktiven Manager über zehn Jahre hinweg ein besseres Ergebnis als die passiven Fonds: Bei Fonds, die im Value-Stil auf mittlere US-Aktien setzen, also dort gezielt nach unterbewerteten Titeln suchen.

Laut Johnson ist in den vergangenen zehn Jahren 95 Prozent des neuen Anlagegeldes in preiswerte Fonds – aktiv oder passiv – geflossen. Die Manager mit den hohen Gebühren leben also vom Bestand. Allerdings räumt der Experte ein, dass sein „Barometer“ auch nicht die ganze Realität abbildet. Häufig nutzen nämlich Finanzberater in den USA kostengünstige ETFs, um damit Depots für ihre Kunden zusammenzustellen, und verlangen dafür selbst noch einmal eine Gebühr. Damit zahlt der Kunde dann unter Umständen genauso viel Gebühr, als wenn er einen aktiv gemanagten Fonds direkt kauft. Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung. Inzwischen bieten einige Webseiten, etwa die des US-Billig-Brokers Charles Schwab, kostengünstig Programme an, die automatisch Depots für den Kunden strukturieren.

Die besten Geldmanager Deutschlands
Wer macht mehr aus dem Geld?
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Für das wichtige Stimmungsbarometer der Finanzbranche, der Weconvene-Extel-Umfrage, bewerten Großinvestoren wie Fondsmanager, Hedgefonds, Aktienanalysten und Investor-Relations-Experten und Finanzchefs gegenseitig die Qualität ihrer Arbeit. Weltweit gaben rund 18.000 Experten ihre Stimme ab, für Deutschland gut 2.400. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die besten Vermögensverwalter und Fondsmanager in Deutschland für das Jahr 2015 vor.

Platz 1: LBBW Asset Management
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Zum wiederholten Male im Ranking der besten Vermögensverwalter Deutschlands hat es die Tochter der Landesbank Baden-Württemberg ganz nach oben aufs Treppchen geschafft. Gelobt wird deren solides Fondsmanagement, gute Kenntnisse auch über kleine Unternehmen und ein guter Service.

Platz 2: Allianz Global Investors
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Die Tochter des Versicherers erreicht erneut Rang zwei der besten Asset Manager Deutschlands. Das größte deutsche Fondshaus mit besonderer Stärke im Geschäft mit Großinvestoren gilt als „exzellenter Vermögensverwalter“ mit großer Leistungspalette sowie gutem Handel und guter Analyse.

Platz 3: Deutsche Asset & Wealth Management
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Die Deutsche-Bank-Vermögensverwaltungstochter, ebenfalls regelmäßig unter den Top-Fondshäusern, hat unter Brokern den Ruf eines Stock-Pickers mit globalem Blick. Die Fondsmanager schauen der Aussagen zufolge genau auf einzelne Aktien wie auch auf gesamtwirtschaftliche Trends.

Platz 4: Deka Investment
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Die Sparkassenfondstochter ist erneut viertbester Vermögensverwalter. Broker heben unter anderem deren „sehr professionellen“ Handel hervor.

Platz 5: Tresides Asset Management
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Aufgestiegen in die Top Fünf ist der neue, kleine Vermögensverwalter für Großinvestoren aus Stuttgart. Beim erst 2013 gegründeten Fondsanbieter, der nach eigener Angabe mehr als 1,7 Milliarden Euro in Aktien, Anleihen und Rohstoffen managt, loben Broker die qualifizierten, erfahrenen Fondsmanager und deren Fähigkeit, von Anbeginn an gute Performance zu erzielen.

Im Bild: Die zwei Fondsmanager Wolf und Maisch (vl) im Büro von Tresides.

Platz 1: Helmut Bartsch
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Große Stabilität gibt es auch unter den Top-Fondsmanagern. Erneut wurde Helmut Bartsch aus dem Hause LBBW Asset Management als bester Fondsmanager gekürt. Sein gutes Wissen auch über kleine Firmen überzeugte beispielsweise Broker. Beeindruckt hat auch, dass er stets gut vorbereitet in Konferenzen kommt.

Aktive Fonds haben es also schwer. Häufig wird ihnen allerdings zugesprochen, dass sie Schwankungen der Märkte besser abfangen als passive Produkte, was die Nerven der Anleger schont, auf lange Sicht aber nicht unbedingt bessere Ergebnisse bringt. Möglicherweise werden die Kosten für viele aktive Fonds aber künftig sinken, räumt Johnson ein. Denn ein Teil der Analysen, auf denen ihre Strategien beruhen, dürfte künftig kostengünstig von intelligenter Software übernommen werden. So werden die Grenzen zwischen aktiv und passiv verschwimmen.


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