Neues Gesetz in Planung
Steuervorteile für Fonds vor dem Aus

Die Steuersparmodelle verlustreicher Film- oder Windkraftfonds dürften bald der Vergangenheit angehören. Doch noch herrscht Unklarheit darüber, ab welchem Stichtag die Finanzämter solche Sparmodelle nicht mehr anerkennen. An dem Gesetzentwurf werde noch gearbeitet, sagte ein Sprecher.

HB DÜSSELDORF. Wie aus dem Entwurf für das „Gesetz zur Verbesserung der steuerlichen Standortbedingungen“ hervorgeht, sollen Anleger nur noch in den Genuss der Vorteile kommen, wenn sie ihre Fondsanteile bis zum 4. Mai gezeichnet haben. Ursprünglich war als Stichtag der 30. September genannt worden. Das Finanzministerium wies entsprechende Berichte am Freitag zurück.

Nach einem neu einzufügenden Paragraf 15b im Einkommenssteuergesetz darf der Anleger Verluste aus Steuerstundungsmodellen nicht mehr mit seinem Einkommen verrechnen. Als Steuerstundungsmodelle werden dabei Fonds bezeichnet, deren Verlustzuweisungen zehn Prozent des eingesetzten Kapitals übersteigen. Allein 90 Prozent der Filmfonds würde damit ihre Grundlage entzogen, schätzen Experten. Über Inhaberschuldverschreibungen konnten Anleger dort teilweise mehr absetzen als sie eingesetzt haben. Damit hat der deutsche Staat im Endeffekt Filme aus Hollywood mit hohen Summen mitfinanziert.

Künftig sollen Verluste aus solchen Modellen nur noch mit Gewinnen aus dem gleichen Modell verrechenbar sein. Das soll „die Vergeudung volkswirtschaftlicher Ressourcen beenden“, heißt es in dem Gesetz. Dem Vernehmen nach sollen von der Verschärfung des Gesetzes auch Anleger geschützt sein, wenn ihr Steuersparmodell vor dem 17. März in den Vertrieb gelangt ist. Die Bundesregierung will mit dem neuen Gesetz 2,5 Mrd. Euro pro Jahr mehr einnehmen und damit teilweise die Senkung der Unternehmenssteuern finanzieren.

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