Neues Wunderkind der Branche
Der Mann, der Milliarden verdient

Der amerikanische Hedge-Fonds-Manager John Paulson wettete auf den Zusammenbruch am Hypothekenmarkt - und gewann Milliarden. Nun ist er der ehemalige Bear-Stearns-Mitarbeiter der Star der Branche. Auf die Krise setzt er weiterhin.

LONDON. Manchmal beweist das Leben einen erstaunlichen Sinn für Ironie. John Paulson, das neue Wunderkind der Hedge-Fonds-Branche hat sein Handwerk vor vielen Jahren ausgerechnet bei der Investmentbank Bear Stearns gelernt. Während das glücklose Geldhaus bekanntlich in den Wirren der Subprime-Krise unterging, zählt Paulson zu den ganz großen Gewinnern genau dieser Krise.

Seine Wette auf den Kollaps des amerikanischen Immobilienmarktes bescherte dem Hedge-Fonds-Manager im vergangenen Jahr das sagenhafte Einkommen von 3,7 Mrd. Dollar, das hat die Fachzeitschrift » Alpha Magazine ausgerechnet. Mit dieser Summe hätte sich Paulson seinen ehemaligen Arbeitgeber Bear Stearns am bitteren Ende gleich drei Mal kaufen können. Denn als die Großbank JP Morgan den gestrauchelten Konkurrenten in letzter Sekunde vor dem Kollaps rettete, bot sie den Aktionären gerade einmal 1,2 Mrd. Dollar. Und auch hier zeigt sich wieder ein Hauch von Ironie, hört Paulson in der Hedge-Fonds-Szene doch auf den Spitznamen JP.

Paulson ist der Senkrechtstarter unter den Hedge-Fonds-Managern. Seinen Investoren bescherte er im vergangenen Jahr Traumrenditen, einer seiner Fonds versechsfachte den Einsatz. Aber was ist das Investment in einen Hedge-Fonds gegen die Gründung eines Hedge-Fonds? Paulsons Anlageerfolg katapultierte ihn quasi aus dem Nichts an die Spitze der Geldrangliste der reichsten Geldverwalter.

Noch nie zuvor hat ein Wall-Street-Jongleur in einem Jahr so viel kassiert und einen so großen Sprung nach vorn gemacht. Auf der 2006er Rangliste war der 59-Jährige mit dem seriösen, aber unauffälligen Äußeren noch meilenweit vom Club der Milliardäre entfernt. Mit einem Einkommen von bescheidenen 100 Mill. Dollar rangierte Paulson weit hinten in der Liste der Topverdiener. Doch mit seinem Geniestreich 2007 zog der bisher wenig bekannte Vermögensverwalter locker an legendären Spekulanten wie dem Mathematiker James Simons vorbei. Egal welchen Maßstab man heranzieht, es droht ein Schwindelanfall. In einem einzigen Jahr verdiente Paulson mehr als der Immobilienmagnat Donald Trump in seinem ganzen Leben.

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