„Newcomer “ kann punkten
Dax-Indexfonds greift Deutschland-Klassiker an

Ein relativer Neuling schickt sich an, die renommierten Aktienfonds aufzumischen: Der Dax Ex avanciert zum Publikumsliebling und setzte sich auch gegen die direkten Konkurrenzprodukte durch. Insgesamt liegen aber die Traditionsfonds vorne.

HAMBURG. Unter den zehn größten Deutschland-Aktienfonds tummeln sich fast durchweg Klassiker wie der Cominvest Fondak, der Dekafonds oder der DWS Investa, die eine jahrzehntelange Historie vorweisen können. Eine Ausnahme bildet der erst im Dezember 2000 aufgelegte Dax Ex aus dem Hause Indexchange, der mittlerweile rund drei Mrd. Euro auf die Waage bringt und damit gemessen am Volumen bereits auf Rang vier aufgerückt ist (Tabelle).

Der börsengehandelte Indexfonds (ETF für Exchange Traded Fund) entwickelte sich vom Start weg zum Publikumsliebling. Seit Auflegung sei das Volumen im Schnitt um 30 Prozent pro Jahr gewachsen, erläutert Indexchange-Vorstand Götz Kirchhoff, der trotz des vor rund zwei Jahren aufgelegten Konkurrenzprodukts Deutsche Bank Dax DVG auch künftig mit Wachstumsraten in ähnlicher Größenordnung rechnet.

Ein Abwandern hatte die Gesellschaft unter anderem dadurch verhindert, dass sie die Verwaltungsgebühren von bislang 0,50 Prozent auf das Niveau des Neulings reduziert hatte, für den die Deutsche Bank Gebühren von nur 0,15 Prozent erhebt. Weitere Maßnahmen zur Kostensenkung - zum Beispiel die Einführung einer auf Derivate setzenden Swap-Variante - stehen Kirchhoff zufolge derzeit nicht zur Debatte, da der Spielraum für weitere Kostensenkungen bereits ausgereizt sei.

Eine mehr als zehnmal so hohe Verwaltungsvergütung, nämlich 1,2 Prozent pro Jahr, erhebt die Union Investment für den aktiv gemanagten Klassiker Unifonds. Die zusätzlichen Gebühren haben den Anlegern des mit einem verwalteten Vermögen von 3,4 Mrd. Euro drittgrößten Deutschland-Fonds aber nur eine geringe Zusatzrendite gebracht. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich lag der Unifonds mit einer Wertentwicklung von 15,84 Prozent nur minimal vor dem Dax Ex.

Den Vorsprung vor dem ETF verdankt der Fonds Hans-Joachim König zufolge unter anderem der Untergewichtung der Deutschen Telekom. Auch die Beimischung von Nebenwerten wie der Parfümeriekette Douglas oder des Automobilherstellers Porsche habe sich ausgezahlt, ergänzt der Union-Manager und nennt als weitere Beispiele die Engagements der Gesundheitstitel Merck und Schwarz Pharma. In den vergangenen zwölf Monaten war er im Durchschnitt mit rund zehn Prozent des Portfolios in Nebenwerten investiert.

In den kommenden Monaten will König den Vorsprung unter anderem mit einer Übergewichtung des Softwareriesen SAP ausbauen, während er den Gasversorger Eon untergewichtet. An seinem unterdurchschnittlichen Engagement bei der Deutschen Telekom hält er vorerst fest. „Im Dax ist die Aktie mit 4,8 Prozent gewichtet, im Unifonds beträgt der Anteil dagegen lediglich 3,4 Prozent, Optionen nicht eingerechnet“, sagt König. Auf Sicht von zwölf Monaten traut er dem deutschen Leitindex einen Anstieg auf rund 8 000 Punkte zu.

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