Nicht illegal
Insider vertrauen auf mehr als nur Glück

Als die Analysten des Londoner Researchhauses Citywire vor kurzem ihre Liste der besten 100 Fondsmanager in Europa vorstellten, verbarg sich eines der interessantesten Ergebnisse auf Platz 14. Auf diesen Rang schaffte es eine kleine Asset-Management-Boutique mit einem nicht ganz alltäglichen Investmentansatz: Sie verfolgt die Spur der "Insider".

Beim Wort "Insider" denkt wahrscheinlich jeder genauso schnell wie falsch an illegale Aktiengeschäfte. Dass die Geschäfte der Asset-Manager nichts Illegales an sich haben, zeigt die Citywire-Untersuchung. Die Ergebnisse beruhen auf der Analyse der Performancezahlen von mehr als 2 500 Fondsmanagern mit mehr als 3 700 Fonds über einen Dreijahreszeitraum.

Es gibt eine legale Form des "Insider Tradings". Die auch "Directors? Dealings" genannten Geschäfte liegen vor, wenn so genannte "Corporate Insider" - also Vorstände, Direktoren und leitende Angestellte börsennotierter Unternehmen - Aktien des eigenen Unternehmens erwerben beziehungsweise veräußern und diese Transaktionen entsprechend den gesetzlichen Vorschriften der zuständigen Behörde - in den USA der Securities and Exchange Commission, kurz SEC - anzeigen.

Die als "Form 4 Filings" bekannten Meldungen werden seitens der SEC auf diversen Webseiten zur Verfügung gestellt, so dass interessierte Investoren eigentlich nur noch den gemeldeten Transaktionen folgen müssten. Doch so einfach ist es leider nicht. Zum einen wären auf Grund der Vielzahl der in den USA gemeldeten Insider-Transaktionen umfangreiche Datenbanken erforderlich, zum anderen ist nicht jeder Insider beziehungsweise die Kenntnis einer jeden Insider-Transaktion von Bedeutung. So sind viele Personen zwar kraft ihrer Position als Insider klassifiziert, verfügen aber trotzdem nicht über relevante Informationen. Zudem nutzen nicht alle Insider ihr Wissen Gewinn bringend. Dennoch schafft es eine kleine Gruppe von Corporate-Insidern ihre Kenntnisse in überdurchschnittliche Performance zu wandeln.

Diese herausragenden Corporate- Insider herauszufiltern, ist Aufgabe eines auf Basis umfangreicher Datenbanken entwickelten Analyse- Tools. Die etwa 140 000 gegenwärtig in den USA aktiven Corporate-Insider werden mit einer systematischen Auswertung ihrer Handelsaktivität in ein Ranking-System überführt. Analysiert werden dabei nur Personen, die mindestens drei Transaktionen innerhalb der vergangenen zwei Jahre durchgeführt haben. Diese können sich nur dann weiter klassifizieren, wenn das Ergebnis ihrer Aktionen eine durchschnittliche Performance von mehr als zehn Prozent pro Jahr aufweist und möglichst viele Einzeltransaktionen als überdurchschnittlich eingestuft werden können. Aber auch die relative Performance fließt ein, so dass Insider nur dann das Siegel der Überdurchschnittlichkeit erhalten, wenn sie ihren jeweiligen (Sub-)Index in der Wertentwicklung regelmäßig überbieten. Schließlich ist auch die Kontinuität des Erfolges wichtig, so dass Insider bei hoher Schwankungsbreite ihrer Erfolge mit geringeren Punktzahlen rechnen müssen.

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