Nichts für schwache Nerven
Goldfonds ziehen unter starken Schwankungen an

Goldminenaktien sind nichts für schwache Nerven. Tagesschwankungen von fünf, zehn oder sogar mehr als 15 Prozent liegen bei vielen Titeln im Rahmen. Jetzt nehmen PEH und Blackrock die neuen Allzeithochs des Edelmetalls ins Visier.

HAMBURG. Der Wert der Aktie des australischen Minenbetreibers Tribune Resources hat sich zwischen Anfang Juli und Mitte Oktober verdreifacht und dann aus dem Stand 16 Prozent nachgegeben. "Die bisher wenig beachtete Aktie ist von australischen Investoren entdeckt worden, bewegt sich aber nach wie vor in einem sehr engen Markt", kommentiert Martin Siegel das extreme Auf und Ab. Der Berater des PEH Q-Goldmines zählt Tribune Resources bereits seit längerem zu seinen größten Beteiligungen und profitierte auch von der positiven Entwicklung anderer australischer Minen wie Kingsgate oder St. Barbara. Mit einem Wertzuwachs von 36,03 Prozent führt sein Fonds den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 13 auf Goldaktien spezialisierten Fonds an.

Dabei mussten jedoch auch die Käufer des PEH Q-Goldmines starke Nerven zeigen. Den jüngsten Gewinnen - allein 16,28 Prozent im September - gingen im August Verluste in ähnlicher Größenordnung voraus. Damals war der zuvor deutlich gestiegene Goldpreis vorübergehend von 685 auf 650 Dollar zurückgefallen, bevor er erneut die Richtung wechselte und auf zeitweise über 765 Dollar davonzog.

Ob sich die Rally in den kommenden Wochen fortsetzt oder ob zunächst wie von einigen Beobachtern erwartet eine neue Konsolidierung ansteht, dazu wagt Siegel derzeit keine Prognose. Fest steht für den Goldexperten jedoch, dass das aktuelle Niveau mittelfristig nur einen Zwischenstopp auf dem Weg zu neuen Höchstständen darstellt. "Der faire Goldpreis liegt bei 1 200 Dollar pro Unze", sagt er und verweist auf die um die Verkäufe der Notenbanken bereinigte Angebots-Nachfrage-Situation. Siegels Fazit: "Vor diesem Hintergrund bleiben Minenaktien in jedem Marktumfeld ein Kauf."

Ähnlich optimistisch äußert sich Evy Hambro. Der Manager des MLIIF World Gold von Blackrock schaffte im September mit 23,18 Prozent einen noch höheren Wertzuwachs als der PEH Q-Goldmines und rückte damit auf Zwölf-Monats-Sicht wieder etwas näher an den Spitzenreiter heran. Hambro zufolge trägt nicht zuletzt die nach wie vor schwelende Hypothekenbankkrise dazu bei, dass Gold neue Anhänger findet und bald auch der bisherige Rekordpreis von 850 Dollar aus dem Jahr 1980 geknackt wird. Ähnlich wie Siegel ist der Blackrock-Manager in US-Titeln deutlich untergewichtet, dafür aber stärker in aufstrebenden Märkten wie Russland, China und Lateinamerika aktiv. Diese Verlagerung werde fortsetzen.

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