Niedrige Gebühren verlocken
Großanleger entdecken Indexfonds

Dem Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds fließen die Gelder weiterhin in rasantem Tempo zu. Gerade Großanleger können sich neuerdings für den Handel mit Produkten auf Indizes wie den Dax begeistern. Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen – im Gegenteil.

FRANKFURT. Der Markt für börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) steuert auf ein neues Rekordjahr zu. Dabei beschleunigt sich das Wachstumstempo noch, getrieben von der Nachfrage institutioneller Investoren. Zuletzt waren 80 Mrd. Euro in Indexfonds investiert. „Bis zum Jahresende rechne ich mit einem Vermögenszuwachs um die Hälfte auf 120 Mrd. Euro, was eine konservative Schätzung ist“, sagt Jan Altmann, Vorstand der Strategieberatungsfirma Funds at Work.

Perspektivisch erreichen die Schätzungen noch andere Größenordnungen. Ende des kommenden Jahres hält Altmann, der das ETF-Segment an der Deutschen Börse aufbaute, 200 Mrd. Euro für „durchaus möglich“. Andreas Fehrenbach, Vorstand der deutschen ETF-Anlagegesellschaft Indexchange und Leiter der Deutschlandaktivitäten von Barclays Global Investors (BGI), zieht Parallelen zum ETF-Heimatmarkt USA. „Wenn sich Europa ähnlich entwickelt und der relative Anteil der Indexgelder in vergleichbare Größenordnungen klettert, müssten wir längerfristig auf 400 Milliarden Euro zusteuern“, sagt der Mann aus München.

Der europäische ETF-Markt startete erst vor sieben Jahren. Heute werden an 16 Börsen bereits 304 Produkte von nunmehr 26 Anbietern gehandelt. Die Gesellschaften werben für die Fonds vor allem mit geringen Gebühren, großer Transparenz und jederzeitiger Handelbarkeit zum fairen Wert. Nach dem Kauf der deutschen Gesellschaft Indexchange durch BGI hält Barclays rund die Hälfte des europäischen ETF-Marktes. Ein Viertel besetzt die Société-Générale-Tochter Lyxor Asset Management.

„Wenn alle Anbieter ihre Pläne umsetzen, könnten in diesem Jahr 140 neue Produkte kommen – auch das wäre ein neuer Jahresrekord“, sagt Deborah Fuhr, anerkannte ETF-Analystin bei Morgan Stanley in London. Einen wesentlichen Anteil an dieser Flut neuer Angebote wird die Deutsche Bank haben. Unter Leitung von Thorsten Michalik ist das Institut Anfang des Jahres als bisher letzte große Adresse mit acht Produkten in den Markt eingestiegen und will ab Anfang Juni die Palette auf 50 erweitern.

Bei den Produktlancierungen zeichnet sich ein Wandel ab. „Bisher ging es vor allem um Marktzutritt, jetzt stärker um strategische Lösungen“, sagt Michalik. Er meint damit: Die Anbieter starteten mit Aktienprodukten auf bekannte Indizes wie den Euro Stoxx 50 oder den Dax, dazu kamen auf der Aktienseite Branchenfonds sowie zunehmend Anleihen. Nun betreten die Emittenten mit Strategie-ETFs Neuland, die sich nach einer Portfoliostrategie ausrichten. Indexchange lancierte etwa ETFs für Aktien mit hohen Dividenden und passt sie regelmäßig an.

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