Niedrige Renditen
Mischfonds nehmen Kursgewinne mit

Vermögensverwalter rechnen mit weniger Rendite aus Aktien und Unternehmensanleihen. Viele Manager reduzieren die Aktienquoten. Stattdessen setzen sie auf deutsche und französische Staatsanleihen.
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FRANKFURT. Die globalen Mischfonds wissen nicht wohin mit ihrem Geld. Zwar dürfen sie in Aktien und in Anleihen investieren. Derzeit verspricht jedoch weder die eine noch die andere Anlageklasse eine hohe Rendite. Entsprechend viele Fondsmanager verkaufen jetzt ihre Positionen und sichern die teils hohen Gewinne. Immerhin erreichten alle 485 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Produkte im Schnitt eine Zwölf-Monats-Wertentwicklung von sieben Prozent.

"Wir haben die Aktienquote in den letzten Wochen schrittweise von 80 auf 60 Prozent reduziert", sagt Peter Huber, der Vermögensverwalter des Star-Cap-Plus Huber Strategy-1 Fonds. "Sollten die Märkte in eine Euphorie hineinlaufen, würden wir antizyklisch weiter Aktien verkaufen." Statt Aktien kauft Huber aber auch keine Unternehmensanleihen mehr zu: "Hier ist der Rahm abgeschöpft", sagt er. Deutsche und französische Staatsanleihen mit vierjährigen Laufzeiten sollen in Zukunft für möglichst sichere Rendite sorgen. "Die Gewinnmitnahmen nach der starken Performance des Fonds in den letzten Monaten sind konsequent und durchaus sinnvoll", sagt André Härtel von Feri Euro-Rating Services.

Ganz oben in der Fondshitliste steht der Ideal-Invest-Global-Fonds mit 49 Prozent Zwölf-Monats-Performance. Grund dafür ist der große Anteil an Nebenwerteaktien, vor allem aus dem Minensektor. Das macht das Produkt allerdings schwankungsanfälliger als ein klassischer Mischfonds. Denn den guten Monaten im Jahr 2009 gingen in 2008 teils hohe Verluste voraus. "Seit Jahresanfang wurden die Aktienengagements im Rohstoffbereich zulasten der Renteninvestments wieder deutlich ausgebaut und die Risikobereitschaft des Managements belohnt", sagt Ratingexperte Härtel. "Der Ideal Global ist ein sehr offensiver Aktienfonds; mit einem Mischfonds hat er eigentlich nichts gemein", sagt auch Martin Stürner, Geschäftsführer des Vermögensverwalters PEH Wertpapier. "Und die Minenaktien bleiben im Jahr 2010 Wertbringer Nummer eins."

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