Noch sind relativ wenige Fonds aktiv
Kursschwankungen locken Investoren in Schwellenländer

Hedge-Fonds gehören zu den innovativsten und kontroversesten Finanzmarktprodukten. Wenig reguliert und häufig nicht gerade transparent, werden ihnen positive Beiträge zur Verbesserung von Markteffizienz und Liquidität zugeschrieben, aber auch destabilisierende Effekte auf die Märkte – etwa im Zusammenhang mit der Asienkrise Ende der 90er Jahre.

Historisch waren Hedge-Fonds in der Lage, attraktive Erträge zu erwirtschaften, die gleichzeitig gering mit traditionellen Asset-Klassen korreliert waren. In 2001 und 2002 fiel etwa der MSCI World Index um 17 Prozent beziehungsweise 20 Prozent, während der CSFB/Tremont Hedge Fonds Index um vier Prozent beziehungsweise drei Prozent zulegte. Auch in Phasen positiver Aktienmarktentwicklung erzielten Hedge-Fonds oft bessere Ergebnisse als traditionelle Asset-Klassen.

In der gegenwärtigen Marktphase deutet es sich jedoch an, dass es für Hedge-Fonds schwieriger werden könnte, einen Zusatzertrag zu generieren. Beobachter vermuten Überkapazitäten in diesem Sektor, die zum Austrocknen von Arbitragemöglichkeiten führen, da zu viele Manager versuchen, die gleichen Ineffizienzen auszunutzen.

Nicht alle Strategien sind gleich betroffen. Zu den aussichtsreicheren Ansätzen gehören Konzepte, die den Fokus auf Emerging Markets richten. In diesem Feld bewegen sich noch relativ wenige Akteure. Die Möglichkeiten, Überrenditen zu erzielen, sind noch reichlich vorhanden. Vor allem Absolute-Return-Strategien versprechen Erfolg, da das Fachwissen zu deren dortiger Anwendung noch nicht weit verbreitet ist. Zudem ist die Volatilität in Emerging Markets überdurchschnittlich hoch – positiv formuliert bieten sich dem Hedge Fonds-Manager damit überdurchschnittliche Tradingmöglichkeiten.

Hedge-Fonds verfolgen unterschiedlichste Strategien. In Emerging Market Funds lassen sich sowohl auf der Ebene der Länderallokation – also bei der Auswahl einzelner Länder – als auch bei der Auswahl einzelner Aktien typische Hedge-Fonds-Techniken einsetzen. Eine wesentliche Erweiterung gegenüber traditionellen „Long Only“-Ansätzen besteht in der Möglichkeit, Short-Positionen einzugehen. Auf der Länderallokationsebene schlägt sich dann – wenn technisch darstellbar – die negative Einschätzung eines Marktes nicht nur in einer Untergewichtung, sondern in einer Short-Position nieder, die bei fallendem Markt einen positiven Ertrag generiert. Über Short-Positionen lässt sich auch die „Netto-Position“ gegenüber Emerging Markets als Asset-Klasse theoretisch auf „neutral“ stellen. Innerhalb der einzelnen Länderquoten kommen marktneutrale Techniken zur Anwendung: so genannte Pair Trades sowie Positionen in Einzeltiteln, deren Marktrisikokomponente neutralisiert ist.

Bei Pair Trades wird eine positiv gesehene Aktie gekauft und eine dazu relativ negativ eingeschätzte Aktie aus dem gleichen Land leer verkauft. Ist die Einschätzung der relativen Performance richtig, leistet die Position einen positiven Ergebnisbeitrag. Bei der zweitgenannten Technik wird eine Aktie, die als Outperformer relativ zu ihrem Heimatmarkt eingestuft wird, gekauft und Futures des entsprechenden Marktes verkauft. Auch hier bestimmt die relative Entwicklung den Erfolg – die absolute Marktentwicklung hat keinen Einfluss.

Die Umsetzung der skizzierten Strategien ist natürlich nur möglich, wenn entsprechende Instrumente zur Verfügung stehen und die nötigen rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen gegeben sind. Gute Bedingungen finden Hedge-Fonds derzeit vor allem in den größeren Ländern der Emerging Markets vor.

Brian Deacon ist Product Specialist Global Emerging Markets bei WestAM.

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