Nordea setzt auf Unternehmen mit niedriger Verschuldung – JP Morgan lässt den Computer eine Vorauswahl treffen
Fondsprofis schneiden mit Substanzwerten gut ab

Substanzaktien und Titel mit niedriger Marktkapitalisierung - diese Anlagekategorien stehen an Europas Börsen seit über fünf Jahren in der Gunst der Anleger. Da verwundert es nicht, dass mit dem "Nordea European Value" ein Fonds beständig überdurchschnittliche Ergebnisse abliefert, der genau in diesen Bereichen seine Schwerpunkte setzt.

HB HAMBURG. Mit einem Plus von 18,82 Prozent schaffte Nordea-Manager Tom Stubbe Olsen auch im jüngsten Zwölfmonatsvergleich den Sprung ins oberste Viertel seiner Vergleichsgruppe; unter den zehn volumenstärksten europäischen Aktienfonds belegt er derzeit Rang zwei (siehe Tabelle).

Die Vermutung, praktisch einen Nebenwerte-Fonds zu verwalten und folglich in der Aktienauswahl gleich doppelt eingeschränkt zu sein, weist Olsen jedoch energisch zurück.Der Nordea-Manager sucht eigenen Angaben zufolge nach Unternehmen mit einem niedrigen Verschuldungsgrad, die aus ihrer Geschäftstätigkeit einen hohen Kapitalüberschuss (Cash-Flow) erwirtschaften und an der Börse mindestens 50 Prozent unterbewertet sind. Dabei schließe die kompromisslose Ausrichtung auf den dauerhaft frei verfügbaren Cash-Flow zahlreiche Sektoren aus: "Dazu gehören auch Energieunternehmen, deren Erträge angesichts des schwankenden Ölpreises niemand über eine längere Investitionsperiode verlässlich voraussagen kann."

Derzeit liegt die durchschnittliche Marktkapitalisierung der enthaltenen Titel Olsen zufolge bei drei Milliarden Euro und damit im Mid-Cap-Bereich. "Wir bauen aber aktuell gezielt Positionen bei einigen Blue Chips auf." Zu den größten Beteiligungen gehören Porsche, Depfa-Bank und Agfa-Gevaert. Ebenfalls einen wertorientierten Ansatz verfolgt der in der Gesamtwertung auf Rang 116 liegende "JPMorgan Europe Strategic Value". Dessen Manager Chris Complin und Michael Barakos orientieren sich jedoch bei der Länder- und Sektorengewichtung relativ eng am Vergleichsindex FTSE World Europe und vertrauen auf eine wesentlich breitere Streuung: In der Regel sind mindestens 250 verschiedene Titel enthalten, deren Vorauswahl anhand eines computergesteuerten Modells erfolgt. "Dabei listet das Programm die am günstigsten bewerteten Titel auf, und wir wählen nach fundamentalen Gesichtspunkten die besten aus", erläutert Barakos. Übergewichtet sind derzeit vor allem Finanztitel wie Royal Bank of Scotland, Credit Suisse und Banco Santander, die 50 Prozent des Gesamtportfolios ausmachen.

"Angesichts ihres auf Substanz setzenden Charakters sind beide Fonds grundsätzlich für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet", urteilt Wolfgang Kaiser vom Münchner Analyseunternehmen FondsConsult. Ein Anleger sollte aber speziell beim Nordea European Value wissen, worauf er sich beim Kauf einlässt: "Da der Fonds zunächst den Kapitalerhalt sicherstellen will und deshalb teilweise sehr hohe Barreserven hält, weicht die Wertentwicklung unter Umständen stark vom allgemeinen Markt ab."

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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