Norwegen Ethik-Richtlinien kosten Staatsfonds 1,3 Milliarden Euro

Der norwegische Staatsfonds achtet bei der Investition in Unternehmen auf ganz bestimmte Ethik-Richtlinien. Dadurch ist die Rendite allerdings geringer ausgefallen als bisher. Dennoch werden die Regeln beibehalten, sagt der Fondschef.
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Der norwegische Staatsfonds verwaltet ein Vermögen von fast 850 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Polarlichter in Norwegen

Der norwegische Staatsfonds verwaltet ein Vermögen von fast 850 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

OsloDie Umsetzung seiner eigenen Ethik-Richtlinien hat den norwegischen Staatsfonds im vergangenen Jahrzehnt 1,3 Milliarden Euro gekostet. Weil der Fonds nicht mehr in Unternehmen investiere, die Massenvernichtungswaffen herstellten oder gegen Menschenrechte verstießen, sei die Rendite von 2006 bis 2016 um 1,11 Prozent geringer ausgefallen, heißt es in einem am Dienstag vorgestellten Bericht. Dennoch wolle er nicht, dass die Regeln aufgeweicht würden, sagte Yngve Slyngstad, Chef des Fonds. „Es besteht in der norwegischen Bevölkerung der Konsens, dass der Fonds kein Geld mit Unternehmen verdienen darf, die Menschen das Leben kosten.“

Der Fonds verwaltet ein Vermögen von fast 850 Milliarden Euro und ist damit weltweit der größte seiner Art. Die Norweger haben ihn aus Öl-Einnahmen aufgebaut und sehen ihn als eine Art Versicherung für die Zeit, wenn die Öl- und Gasreserven aufgebraucht sind.

So verdienen Sie Geld an der Börse
Der erste Schritt
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Börsenneulinge, die einen Teil ihres Geldes in Aktien, Fonds und ETFs investieren wollen, um ihr Erspartes zu vermehren, brauchen zunächst ein Depot. Wie das funktioniert und was es kostet, erklären wir in wenigen Schritten. Grundlage dafür ist eine Übersicht der Frankfurter Börse gewesen.

Das Depot
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Um an der Börse mitmachen zu können, müssen Sie ein Depot bei einer klassischen Bank oder einem Discountbroker eröffnen. Dabei können Leistungen, Konditionen und Gebühren sehr unterschiedlich sein – je nachdem, wie Sie das Depot nutzen möchten. Daher lohnt sich vorab ein genauer Vergleich der Angebote.

Was kostet es?
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Zur Orientierung finden sich im Netz etliche Broker-Vergleiche. Häufig sind Depots bei klassischen Banken teurer als bei Discountbrokern; was unter anderem daran liegt, dass Letztere keine Beratung anbieten und auch keine Filialen haben. Angebracht kann eine Bankberatung aber durchaus sein, wenn Sie eine hohe Summe über mehrere Jahre anlegen wollen. Achten Sie bei kostenlosen Depots aber genau aufs Kleingedruckte: die Verwaltungsgebühren sind häufig nur dann günstig, wenn auch regelmäßig gehandelt wird. Andernfalls können zusätzliche Kosten anfallen.

Wie wird das Depot aktiviert?
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Keine Panik, geht alles ganz einfach. Wenn Sie ein Depot bei einem Online-Broker eröffnet und alle Daten im Anmeldeformular ausgefüllt haben, müssen Sie sich danach mit Ihrem Personalausweis über eine Postfiliale identifizieren. Sonst könnte sich ja jemand anderes einfach in Ihrem Namen anmelden. Hat der Postbeamte ihre Identität geprüft und ihr ausgedrucktes Anmelde-Formular unterschrieben, senden Sie die Unterlagen per Post zur Depotbank Ihrer Wahl. Die Zugangsdaten für Ihr eigenes Online-Depot liegen dann nach ein paar Tagen in Ihrem Briefkasten.

Welcher Risikotyp?
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Bei der Depot-Eröffnung werden Sie auch nach Ihrer Börsenerfahrung gefragt; das ist gesetzlich vorgeschrieben und im Wertpapierhandelsgesetzt verankert. Schließlich ist der Handel mit Wertpapieren immer mit Risiken verbunden, über die Sie aufgeklärt werden müssen. Die Depotbank überträgt durch dieses Prozedere die Haftung auf ihre Kunden. Es gibt auch Broker, die bei jeder Transaktion noch mal gesondert auf ein mögliches Risiko hinweisen.

Was kaufen?
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Für Börsenneulinge, die über einen längeren Zeitraum in einer Anlage investiert bleiben wollen, kann sich ein Aktienfonds anbieten, bei dem sogenannte Fondsmanager die konkrete Auswahl der Aktien übernehmen – dafür aber auch für ihre Leistungen eine Gebühr berechnen. Umgehen lässt sich das, wenn man in Indexfonds (ETFs) investiert, die einzelne Aktienindizes abbilden und deren Kursentwicklung unmittelbar folgen. Eine einzelne Aktie bietet sich dann an, wenn sie sich „ein Stück von Unternehmen x“ kaufen möchten. Dann sind Sie als Aktionär an dem Unternehmen beteiligt, werden zu den Hauptversammlungen eingeladen und Jahr für Jahr mit einer Dividende am Konzerngewinn beteiligt.

Wie teuer ist das Handeln?
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Die sogenannten Order-Kosten können von Bank zu Bank und von Broker zu Broker stark schwanken. Überlegen Sie also gut, wie oft Sie handeln wollen und wie groß die Aufträge jeweils sind – gerade bei kleinen Auftragsgrößen können Mindestgebühren schnell zu Buche schlagen. Auch hier bieten die Broker-Vergleiche im Netz eine gute Übersicht, welcher Anbieter für welche Situationen der Günstigste ist.

Die Ethik-Richtlinien verbieten unter anderem Investments bei Herstellern bestimmter Waffen oder bei Tabakfirmen. Auch der Umweltschutz zählt zu den Anlagezielen. Das habe sich zuletzt positiv ausgewirkt, heißt es in dem Bericht: Weil der Fonds sich aus Kohlefirmen oder Unternehmen zurückzog, die an der Abholzung der Regenwälder beteiligt sind, fiel die Rendite um 0,78 Prozent höher aus.

  • rtr
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