Nur Nestor mit Wertzuwachs
Jahresbilanz der Goldfonds enttäuscht die Anleger

Es glänzt nicht alles, was Gold ist: Die Jahresbilanz der entsprechenden Fonds fiel eher ernüchternd aus. Auch wenn der Rohstoffpreis sich wieder erholt hat, das Tief im letzten Jahr hinterließ Spuren. Zukünftig jedoch soll sich der Goldrausch wieder versilbern lassen.

HAMBURG. Gut ein Jahr ist es her, dass der Goldpreis nach einem langen Höhenflug mit 730 Dollar je Feinunze ein neues 26-Jahres-Hoch markierte. Danach ging es jedoch bis auf 560 Dollar bergab, bevor eine Trendwende einsetzte und den Preis wieder in die Nähe der 700-Dollar-Marke brachte. Trotz der zuletzt positiven Entwicklung am Goldmarkt fällt die aktuelle Zwölf-Monats-Bilanz der 13 von Feri Rating & Research analysierten Goldfonds ernüchternd aus: Im Durchschnitt verbuchten sie zum Stichtag 31. März ein Minus von 1,90 Prozent. (Tabelle).

Seine Anleger halbwegs zufrieden stellen konnte dagegen der Nestor Gold Fonds, der als einziger seiner Vergleichsgruppe mit 12,70 Prozent einen zweistelligen Wertzuwachs erzielte. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir schwerpunktmäßig auf kleinere Unternehmen gesetzt hatten, die weit besser als die Standardwerte aus dem Goldsektor liefen“, erläutert Walter Wehrli, der den Fonds gemeinsam mit Marc Gugerli berät. Angesichts des hohen Bewertungsniveaus der Branchengrößen will das Beraterduo diese Titel weiterhin untergewichten. Für attraktiver halten die beiden Manager der Schweizer Beratungsgesellschaft Konwave derzeit kleinere Explorationsunternehmen, die in den nächsten Jahren in Produktion gehen und bereits über Ressourcen verfügen.

Die weitere Entwicklung des Goldpreises schätzen Wehrli und Gugerli wegen einer steigenden Nachfrage nach Gold über börsengehandelte Indexfonds positiv ein. „Wir rechnen damit, dass der Höchststand des vergangenen Jahres überschritten wird“, sagt Wehrli. Noch optimistischer gibt sich Martin Siegel: „Wenn sich die globale Großwetterlage nicht grundlegend verschlechtert, ist sogar das Erreichen des Allzeithochs von 1980 möglich“, sagt der Berater des auf Rang sieben liegenden PEH Q-Goldmines. Damals notierte der Goldpreis bei 850 Dollar. Anders als das Konwave-Duo, das rund zehn Prozent des Portfolios außerhalb des Goldsektors hält, war Siegel während der vergangenen Monate mit rund 30 Prozent des Fondsvermögens in Zink- und Nickelwerten wie Sally Malay und Perilya investiert.

„Diese Positionen sollen nun aber schrittweise in Goldaktien umgeschichtet werden“, erläutert Siegel, dessen Fonds oft zwischen einer oberen und unteren Tabellenposition pendelte. Wegen der großen Schwankungen in der Wertentwicklung beurteilt Dietmar Herbach den Fonds eher skeptisch. Auch für den Nestor Gold mag der Analyst des auf Fonds-Research spezialisierten Finanzdienstleisters Fonds-Consult keine Kaufempfehlung aussprechen: „Der Fonds wird zwar überzeugend gemanagt, aber das Volumen von nur sieben Millionen Euro erscheint uns als zu gering.“

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