Nur riskantere Spezialstrategien erzielen mehr Rendite
Geldmarktfonds bringen weniger als zwei Prozent

Die Erträge von auf Euro lautenden Geldmarktfonds liegen auf Sparbuch-Niveau. Das zeigt der jüngste Zwölfmonatsvergleich der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Trust.

HB HAMBURG. Die insgesamt 123 Fonds dieser Kategorie brachten zwischen Juni 2004 und Mai 2005 im Durchschnitt ihren Anlegern gerade einmal ein Plus von 1,81 Prozent ein (Tabelle).

Deutlich bessere Ergebnisse erzielen dagegen Fonds, die auf so genannte Asset Backed Securities (ABS) mit variablem Kupon setzen. Deren Manager kaufen illiquide Forderungen aus Hypotheken, Kreditkarten oder Automobilfinanzierungen, die in handelbare, verzinsliche Wertpapiere umgewandelt wurden. Mit dieser Strategie kam der aktuelle Spitzenreiter Oppenheim Asset Backed Securities Fonds immerhin auf ein Ergebnis von 3,57 Prozent.

Oppenheim-Manager Pierre Annutsch kauft ausschließlich Papiere, deren Bonität von den führenden Ratingagenturen als erstklassig (Fachbegriff: Investment-Grade) beurteilt wird. Damit will er eine um mindestens 0,75 Prozentpunkte höhere Rendite erzielen als der für dreimonatige Euro-Geldmarktanlagen maßgebliche Vergleichsmaßstab Euribor.

Dieses Ziel verfolgt Annutsch auch mit dem auf Rang zwei liegenden Kepler Asset Backed Securities Fonds der österreichischen Raiffeisenlandesbank, als dessen Berater er fungiert. Den Renditeunterschied von 0,35 Prozent bei identischer Gebührenstruktur und nahezu gleichem Anlagekonzept erklärt der Oppenheim-Manager mit der geringen Liquidität des ABS-Markts: "Das hat den Aufbau mancher Positionen beim später aufgelegten Kepler-Fonds erschwert."

Die fehlende Liquidität ist auch einer der Gründe, warum die meisten ABS-Fonds institutionellen Anlegern vorbehalten bleiben. Dafür sorgt die hohe Mindestanlagesumme, die bei Oppenheim 100 000 Euro, bei HSBC Trinkaus und der DWS sogar 500 000 Euro beträgt. Lediglich der Kepler Asset Backed Securities ist bereits ab einem Anteil erhältlich, der Ende Juni 10 405 Euro kostete.

"Geldmarktfonds auf ABS-Basis bieten einen Zusatzertrag mit Zusatzrisiko", erläutert Thorsten Pörschmann, Geschäftsführer der Bremer Vermögensverwaltungsgesellschaft Nordtreuhand. Er hält dieses Risiko zwar für vergleichsweise gering, warnt jedoch: "Wenn ein Fondsmanager seine Asset Backed Securities in einer angespannten Marktsituation verkaufen muss, wird er erhebliche Probleme bekommen." In einem solchen Fall halte ein Anleger dann einen plötzlich um vier oder fünf Prozent niedrigeren Anteilspreis seines Geldmarktfonds für einen Fehler bei der Kursberechnung - der aber keiner sei.

Gleichwohl dürften überwiegend auf ABS oder Firmenschuldver-schreibungen spezialisierte Geldmarktfonds bis auf weiteres die einzige Möglichkeit bleiben, mit einem Kurzfrist-Investment auf mehr als drei Prozent Rendite zu kommen. Dieses Ziel mit einer 100prozentig sicheren Anlage erreichen zu wollen, hält Pörschmann angesichts des konjunkturellen Umfelds für reines Wunschdenken: "Sehr wahrscheinlich liegt Mitte 2006 der durchschnittliche Wertzuwachs von Geldmarktfonds noch deutlich unter dem aktuellen Niveau von 1,81 Prozent."

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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