Nur wenige Fonds mit spezieller Ausrichtung bieten dem Anleger mehr als einen Marketing-Gag
Gute Fonds-Themen schwer zu finden

Die große Zeit der Themenfonds ist vorbei. Noch zu Zeiten des Neuen Markts und des Internet-Hypes kamen fast wöchentlich neue Fonds vor allem mit dem Schwerpunkt Technologie- oder Internetaktien auf dem Markt. Mittlerweile ist es ruhiger geworden. Denn mit dem Platzen der Blasen wurden die Anleger zunehmend vorsichtiger. Obwohl diese Skepsis zumindest teilweise berechtigt ist, entgehen den Investoren damit auch Chancen.

HB DÜSSELDORF. Dass Themenfonds derzeit unter Anlegern nicht gerade beliebt sind, lässt sich leicht belegen. So zeigen die Daten des deutschen Fondsverbandes BVI, dass diese Produkte in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres kräftige Mittelabflüsse hinnehmen mussten. Während insgesamt über 19 Mrd. Euro ziehen in Fonds investiert wurden, ziehen die Manager der meisten Themenfonds ein ernüchterndes Fazit.

Allein die Schwellenländer-Portfolios verloren gut eine halbe Mrd. Euro. Sogar die neuen "BRIC-Fonds", die in Brasilien, Russland, Indien und China investieren, konnten den Abwärtstrend kaum bremsen. Auch andere Fonds litten unter ähnlich hohen Mittelabflüssen. Einzig für Portfolios, die hauptsächlich in Rohstoffwerte oder Osteuropa investieren, haben sich die Anleger zuletzt noch begeistert.

Für Thomas Bieler, Experte für Finanzfragen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, ist dieser Trend leicht zu erklären. "Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich derartige Investments häufig nicht ausgezahlt haben", sagt er. Und diese leidvollen Erfahrungen seien längst noch nicht vergessen. Zudem untergraben die Fondshäuser das Vertrauen der Anleger selbst. "Oftmals werden Themenfonds rein aus Marketing-Gründen entwickelt", sagt Bieler. Der Trend existiere dann nur in den Prospekten der Fondsgesellschaft und könne sich daher auch nicht positiv auf die Rendite auswirken.

So versprechen Portfolio-Manager mitunter hohe Renditen, indem sie auf so genannte Zukunftswerte setzen. Dann wandern Papiere von Coca-Cola oder McDonald?s in die Portfolios, da diese Marken bei Jugendlichen besonders beliebt sind und mit den Jugendlichen auch geschäftlich weiter wachsen sollen. Ähnlich strukturiert sind Produkte, die mit Großereignissen wie der Fußball-WM auf sich aufmerksam machen. "Bei derartigen Fonds fehlt aber häufig eine langfristige Strategie", sagt Achim Backhaus, Fondsanalyst bei Feri Trust.

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