Ob Filmbeteiligungen die versprochenen Steuervorteile bringen, wissen die Anleger erst Jahre nach der Zeichnung
Medienfonds droht ein Nein vom Fiskus

Die Anbieter von Filmfonds werden zunehmend nervös. Denn die Gefahr, dass Finanzämter die Steuerkonzepte der Fonds kippen, ist gewachsen. Geschieht dies, verlieren Tausende Anleger die üppigen Steuervorteile, derentwegen sie sich an einem Filmfonds beteiligt haben. Damit sind auch die von den Anbietern versprochenen hohen Renditen Makulatur.

DÜSSELDORF. Der Absatz der Fonds bricht bereits weg. Der Grund: Seit gut einem Jahr segnen die Finanzämter die Steuerkonzepte von Filmfonds nach Branchenangaben nicht mehr verbindlich ab.

Dass der Fiskus bereits sicher geglaubte Steuervorteile nachträglich aberkennt, erlebte Ende März der Initiator Ideenkapital AG. Das Finanzamt habe entgegen vorheriger Angaben die geplanten steuermindernden Anfangsverluste nicht anerkannt, erfuhren die 4 600 Kommanditisten des Fonds Mediastream IV. Sie hatten rund 145 Mill. Euro in den Fonds eingezahlt. Die Konsequenz beschreibt Ideenkapital-Sprecher Axel Pollheim so: „Im schlechtesten Fall wird die Rendite nach Steuern von 12,06 auf etwa vier Prozent jährlich nachgeben.“ Er kündigt an: „Wir wollen den Anlegern in der nächsten Woche einen neuen Lösungsvorschlag unterbreiten.“ Den ersten Vorschlag nahmen die Gesellschafter Ende Mai nicht an. Der sah vor, diesen so genannten Vermarktungsfonds in einen Produktionsfonds umzuwandeln (siehe unten). Das Problem: Auch für die neue Lösung garantiert niemand die avisierten Steuereffekte.

Gerd Krämer, Rechtsanwalt in der Koblenzer Kanzlei Schulte-Wissermann, stellt deshalb fest: „Den meisten von mir vertretenen Anlegern ist die Umstrukturierung zu wacklig. Sie erwägen, auf Rückabwicklung zu klagen.“ Ideenkapital wie auch Vermittler sollen haften, weil sie angeblich nicht genug über die steuerlichen Risiken aufgeklärt haben.

Ideenkapital weist diese Forderung zurück. „Es wird keine komplette Rückabwicklung des Fonds geben. Die Gelder sind prospektgemäß investiert worden. Für steuerliche Risiken können wir ebenso wie alle anderen Anbieter keine Haftung übernehmen“, sagt Pollheim.

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