Offene Immobilienfonds
Der Tag der Entscheidung naht

Wer sein Geld in offene Immobilienfonds investiert hat, stehen spannende Zeiten bevor. In den nächsten Tagen entscheidet sich bei mehreren Fonds, ob die Anleger wieder verkaufen können. Investoren fürchten um ihr Geld.
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FrankfurtIn der Krise der offenen Immobilienfonds steht der nächste Showdown bevor. Im Mai müssen zwei Fonds - der SEB Immoinvest und der CS Euroreal - erklären, ob sie ihre Fonds öffnen und wieder Anteile zurücknehmen oder ob sie ein weiteres Jahr geschlossen bleiben. Das vermeintlich sichere Investment entpuppt sich für manche Anleger zum Ärgernis. Bereits drei offene Immobilienfonds werden derzeit abgewickelt: Sie waren die maximal erlaubten zwei Jahre eingefroren - nahmen also keine Anteile zurück - und haben es in dieser Zeit nicht geschafft, wieder ausreichend Barmittel anzuhäufen

Die Krise der Immobilienfonds betrifft Hunderttausende Anleger in Deutschland. Eigentlich wollten sie Sicherheit, als sie ihr Geld in offene Immobilienfonds (OIF) investierten. Und sie wollten jederzeit an ihr Vermögen rankommen - wie beim Tagesgeld, nur besser verzinst. Doch die als „Betongold“ beworbenen Produkte sind keineswegs krisenfest, wie die Verbraucherzentrale Hessen betont: „Momentan sind von den 24 für Privatanleger wichtigsten offenen Immobilienfonds zehn geschlossen.“

Ein kleiner Trost: Auch wenn Fonds abgewickelt werden, verlieren Anleger nicht ihre sämtlichen Einlagen, wie Felix Fortelka vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) betont: „Es gibt bei Investmentfonds keine Gefahr, als Anleger einen Totalverlust zu erleiden, weil das Geld als Sondervermögen insolvenzgeschützt ist.“ Selbst für die Auflösung gebe es gesetzliche Anforderungen und großzügige Zeitrahmen, in denen die Immobilien zu Marktpreisen verkauft werden könnten. „Im Interesse aller Anleger dürfen keine Immobilien „verschleudert“ werden, nur um Liquidität zu schaffen.“

Insgesamt sind von den Entwicklungen rund drei Millionen Anleger betroffen, die Anteile von offenen Immobilienfonds in ihrem Depot haben. Auf 77,5 Milliarden Euro beziffert das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen (iff) das Fondsvolumen insgesamt - täglich greifbar sind davon aktuell nur 64 Prozent. Mit anderen Worten: An knapp 27,8 Milliarden Euro kommen die Investoren derzeit nicht ran.

Jüngstes Opfer: Der UniImmo Global. Der Fonds der Volksbanken wurde nach der Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan eingefroren.14 Prozent des Immobilienwerts steckt in Tokio und ist damit aktuell nicht bewertbar. Ein Ende der Krise ist nicht abzusehen: Auch der Deka Immobilien Global mit knapp 15 Prozent des Fondsvermögens und der Grundbesitz Global mit rund 16 Prozent sind in Japan investiert, erklärt iff-Direktor Achim Tiffe. Beide Fonds sind noch geöffnet.

Doch wenn zu viele Anleger gleichzeitig Anteile verkaufen, stehen die Fonds vor Problemen - so wie im Herbst 2008. In der Finanzkrise zogen vor allem institutionelle Anleger riesige Summen ab, nach BVI-Angaben insgesamt 5,1 Milliarden Euro innerhalb weniger Tage.

„Eine schmerzhafte Erfahrung“, bestätigt Fortelka: „Ein Dutzend OIF musste zum Schutz der Anleger die Rücknahme von Anteilscheinen vorübergehend aussetzen.“ Anderenfalls wären die Barmittel aufgezehrt worden, die Fonds hätten ihre Gebäude unter Wert notverkaufen müssen.

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Anleger fürchten um ihr Geld

Kommentare zu " Offene Immobilienfonds: Der Tag der Entscheidung naht"

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  • Also wirklich, schon ein Hammer so eine Falschmeldung.
    Und das im Handelsblatt.

  • Liebe Redakteure,

    wenn Sie einen Artikel über dieses brisante Thema verfassen, so sollten Sie schon genau recherchieren. Der SEB Immoinvest und der CS Euroreal haben letztes Jahr im Mai geschlossen, nachdem Sie im Jahr 2009 wieder geöffnet wurden. Somit beginnt die 2-Jahres-Frist im Mai 2010 von neuem. Daher werden die Gesellschaften in den nächsten Tagen nicht über eine Auflösung der Fonds, sondern "nur" über eine Verlängerung des Rücknahmestopps der Anteile entscheiden.

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