Offene Immobilienfonds
Kommentar: Der Gau ist eingetreten

Die Anbieter offener Immobilienfonds erlebten gestern ihren Gau – den größten anzunehmenden Unfall. Mit der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate hat zum ersten Mal eine Investmentgesellschaft Anlegern die Rückgabe ihrer Anteile verwehrt. Das bedeutet nun, dass sie erst nach der angekündigten Neubewertung des Immobilienvermögens des Grundbesitz-Invests ihre Anteile gegen Geld tauschen können.

Somit können die Anleger einem Wertverlust ihrer Anteile nicht mehr ausweichen. Denn alles andere als eine Abwertung der Immobilien durch die unabhängigen Sachverständigen wäre bei dem auf deutsche Immobilien fokussierten Fonds ein Wunder.

Wenn die Abwertung so hoch ausfällt, dass sie durch die Mieterträge nicht mehr ausgeglichen werden können, wird gleichzeitig ein weiteres – ungeschriebenes – Gesetz gebrochen, das seit der Taufe des rund 50 Jahre alten Produktes heißt: Mit einem offenen Immobilienfonds verliert ein Investor aufs Jahr gesehen kein Geld. Wundern würden die Verluste nun niemanden mehr.

Das Schicksal des Fonds beweist, dass offene Fonds letztendlich nicht den Markt ignorieren können. Die nunmehr seit fünf Jahren währende Immobilienkrise musste irgendwann durchschlagen. Dadurch, dass die Deutsche Bank nicht durch Anteilsrücknahmen in den Eigenbestand oder Kauf von Fondsimmobilien zu Buchwerten den Fonds stützte, torpediert sie gleichzeitig die Sanierungsbemühungen der anderen Anbieter. Viele Kunden offener Immobilienfonds werden nun das Vertrauen in dieses Anlageprodukt gänzlich verloren haben und ihre Anteile zurückgeben wollen. Dabei glaubten die DB-Real-Estate-Konkurrenten gerade, ihre Mittelabflüsse in den Griff zu bekommen.

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