Offene Immobilienfonds
Neue Geduldsprobe für Anleger

Seit 2010 zittern Anleger des einst milliardenschweren offenen Immobilienfonds Degi Europa um ihr Geld. Jetzt verschiebt der Verwalter Aberdeen Asset Management die Ausschüttung um weitere zwei Monate.
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DüsseldorfAnleger des offenen Immobilienfonds Degi Europa werden auf eine weitere Geduldsprobe gestellt. Aberdeen Asset Management verschiebt die ursprünglich für Juli geplante Ausschüttung auf September. Grund dafür ist, dass die Kaufpreiszahlungen der im Verkauf befindlichen Immobilien sich bis September erstrecken werden. Die Gesellschaft hatte im Juni Objekte in Mailand, Brüssel und Frankfurt verkauft.

Wer vor der Finanzkrise in den Fonds investiert ist, konnte nicht ahnen, dass er jahrelang um sein Kapital würde zittern müssen. Das Portfolio galt als konservativ. Seine Manager investierten in europäische Büroimmobilien. Doch als im Zuge der Finanzkrise immer mehr Anleger Geld abzogen, musste der Fonds im Herbst 2008 erstmals schließen.

Damals konnten die Gesellschaften, die mit dem Geld der Anleger direkt Immobilien kaufen, Verkaufswillige nicht mehr auszahlen. Seit Oktober 2010 steht fest, dass das Portfolio abgewickelt wird. Der Prozess soll im September beendet sein.

Bei der Schließung waren rund 1,3 Milliarden Euro investiert. Wer zwischenzeitlich Anteile an der Fondsbörse verkauft hat, musste mehr als die Hälfte des Wertes abschreiben, die der Fonds bei der Schließung hatte.

Zur Zeit sind nach Zahlen des deutschen Fondsverbandes 17 Milliarden Euro in Portfolios investiert, die sich wie der Degi Europa in der Abwicklung befinden. Weitere 1,6 Milliarden liegen in Fondsvermögen, die einfroren sind. Auch hier kommen Anleger über Monate nicht an ihr Geld. Diese Gesellschaften versuchen, nach dem Verkauf von Objekten wieder zu öffnen.

 

 

 

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Dörte Jochims
/ Freie Mitarbeiterin

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  • Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob die Fondsgesellschaften der sich in Abwicklung befindlichen Immobilienfonds nicht gerade die schönste Zeit ihres Lebens haben: die Managementgebühr fliesst weiterhin (warum sollte man also schnell Objekte loswerden?) und ansonsten kann man ja nun wirklich nichts dafür, dass der Markt nicht bereit ist, die Verkehrswerte zu zahlen. Im Zweifelsfall muss halt abgewertet werden, macht ja nichts, die Anleger haben eh keine Chance dem Fondsmanagement den ganzen Bettel vor die Füsse zu werfen, denn die Anleger können ja nicht raus. Notfalls muss man ein paar Krokodilstränen vergiessen (in etwa: "wir sind auch sehr betroffen" oder "wir verstehen Ihren Ärger" oder so ähnlich. Kostet nichts, nützt auch nichts und die Welt ist wieder in Ordnung. Und der Anleger, der an die Kompetenz des professionellen Managements geglaubt hat ist der Dumme. Es ist ja auch wirklich unverschämt, dass die Anleger von den Experten erwarten, dass diese wissen könnten, dass die Anleger während einer Finanzkrise an ihr Geld wollen.

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