Offene Immobilienfonds: Reform stößt an Grenzen

Offene Immobilienfonds
Reform stößt an Grenzen

Die Vorschläge des Fondsverbandes BVI zur Krisenvermeidung bei offenen Immobilienfonds stoßen in der Branche auf Skepsis.

DÜSSELDORF. Vor allem werde es kaum möglich sein, den Anteilsbesitz großer Investoren genau zu ermitteln, erklären die Kritiker. Der Fondsverband will institutionellen Anlegern den Ausstieg erschweren, so dass sie nicht mehr plötzlich massiv Mittel aus Immobilienfonds abziehen und dadurch eine Liquiditätskrise oder eine Fondsschließung auslösen können. Im Januar hatte die Investmentgesellschaft Kanam ihre beiden Fonds geschlossen, nachdem die Ratingagentur Scope den Verkauf der Anteile empfohlen hatte.

Die BVI-Mitglieder haben sich selbst verpflichtet, künftig die Anlegerstruktur nach Größenordnung der Einlage zu veröffentlichen. Die Größenklassen sind nach Angaben des BVI noch nicht festgelegt.

In der Praxis sei zwischen den Ausschüttungsterminen vielfach nicht festzustellen, wer hinter den gezeichneten Anteilsscheinen stehe, sagte Kanam-Sprecher Michael Birnbaum dem Handelsblatt. Sein Beispiel: Wenn sich eine Sparkasse mit einem größeren Betrag beteilige, sei für die Investmentgesellschaft nicht ersichtlich, ob es sich dabei um Kundengeld oder Eigenanlagen der Kasse, so genannte Depot-A-Gelder, handele. Die gleiche Situation könne bei Anlagen von Vermögensverwaltern entstehen, die mit Vollmacht ihrer Kunden auf deren Rechnung Anteilsscheine kaufen und verkaufen. Geld mehrerer Kunden zu einem Kaufauftrag zu bündeln, ist auch für die Kunden der Verwalter sinnvoll. Bei großen Anlagebeträgen lassen sich Rabatte auf die typischerweise fünf bis sechs Prozent hohen Ausgabeaufschläge aushandeln.

Der Börsenhandel von Fondsanteilen, erschwere die Kontrolle zusätzlich. „So lange Anteilsscheine frei handelbar sind, greifen diese Regeln nicht“, sagte Kanam-Sprecher Birnbaum. BVI-Sprecher Andreas Fink, räumte ein, dass die Herkunft des Geldes „nicht mit letzter Sicherheit“ zu bestimmen sei.

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