Offensive Dachfonds gehen in die Defensive
Fondsmanager überdenken Aktienquote

Die Manager offensiver Dachfonds haben aus der weltweiten Börsenflaute der vergangenen Monate ihre Lehren gezogen.

HB FRANKFURT/M. Einige Portfoliolenker haben in den vergangenen Monaten daher ihre Aktienquote bereits massiv reduziert. Andere warten nur noch auf technische Verkaufssignale, um sich von Positionen zu trennen.

Zu jenen, die bereits Änderungen in ihren Fonds vorgenommen haben, gehört Gerhard Single. Er berät für die Baden Württembergische Bank den BWK-Fonds-Portfolio Wachstum, der mit einem Plus von fast 18 Prozent in den zwölf Monaten bis Ende Juni an vierter Stelle unter 56 ausgewerteten Fonds rangiert.

„So lange der Ölpreis steigt, wird es keine Erholung an den Aktienmärkten geben“, sagt Single. Der Fondsberater hat den Anteil der Aktienfonds am Portfolio daher bereits deutlich von 78 auf 53 Prozent gesenkt. Damit liegt die Quote nur noch hauchdünn über dem Mindestbestand von 50,1 Prozent. Satte 24 Prozent des Fondsvermögens liegen am Geldmarkt, wobei das Gros auf einem auf britische Pfund lautenden Termingeldkonto geparkt ist.

Nach der Neuausrichtung entfallen nur noch 23 Prozent der Mittel auf Aktienfonds aus Deutschland, 20 Prozent auf das übrige Europa und acht Prozent auf die USA. Ganz getrennt hat sich Single vom MAT Japan Aktien, dem einzigen japanischen Investment, sowie von seinen China-Positionen.

Eine mit über 95 Prozent nach wie vor sehr hohe Aktienquote hält dem gegenüber Franz Haugg, Berater des bei Universal-Investment aufgelegten zweitplatzierten Münchener Verein Universal Chance. Allerdings hat er das Portfolio durch die Konzentration auf Value-Produkte wie den Europe Strategic Value von JP Morgan Fleming und den Fidelity European Growth bereits defensiver ausgerichtet. Noch sind in dem Portfolio vor allem Fonds aus Deutschland und Europa übergewichtet. Außerdem ist Haugg im Gegensatz zu Single weiterhin in Asien und Osteuropa engagiert. Auch er schließt einen Abbau der Aktienpositionen aber nicht aus.

Das Urteil von Thomas Portig, Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management, fällt im Vergleich der beiden Fonds zugunsten des BWK-Produktes aus. „Der BWK-Fonds-Portfolio Wachstum zeichnet sich durch die aktivere Verwaltung aus, während das Management des Münchener Verein Universal Chance eher prozyklisch agiert“, sagt Portig. Darüber hinaus gefällt ihm an dem BWK-Produkt die „kreativere Auswahl der Zielfonds“.

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