Offensive Dachfonds wollen Verluste begrenzen
Fondsmanager setzen auf Nebenwerte

Unterschiedliche Ansichten über die Konjunkturentwicklung beeinflussen offenbar nicht den Erfolg von Dachfondsmanagern. So setzt Reiner Konrad von der UBS, der den „UBS (D) Konzeptfonds II“ berät, auf einen Konjunkturaufschwung.

HB/vwd FRANKFURT/M. Dagegen zeigt sich der Kieler Vermögensverwalter Eckhard G. Jess, der den „Beta Select“ verantwortet, eher skeptisch. Unter 52 offensiv investierenden Dachfonds, die vorwiegend in Aktienfonds anlegen, schnitten beide in den vergangenen zwölf Monaten dennoch relativ gut ab: Während der UBS-Fonds 7,6 % eingebüßt hat, verlor der von der Dr. Jens Ehrhardt Investment S.A. aufgelegte Beta Select 7,9 %.

Insgesamt bleiben die offensiven Dachfonds im Sog des Katastrophenjahres 2002: Im Mittel verloren sie 11,4 % - und hielten sich damit etwas besser als der Vergleichsindex.

UBS-Berater Konrad zeigt sich vor allem optimistisch für europäische Aktien. US-Dividendentitel hält er dagegen für hoch bewertet. Daher sind Aktienfonds aus Europa im UBS-Fonds über- und USA-Aktienfonds untergewichtet. Der Anteil von Aktienfonds im Portfolio ist mit 69 % leicht überdurchschnittlich. „In den vergangenen zwei Jahren bevorzugten wir Aktienfonds mit defensiven Schwerpunkten. Jetzt setzen wir auf eine zyklische Erholung der Wirtschaft und gehen eher auf Wachstumswerte“, erklärt Konrad. Deshalb habe er den Fidelity European Blue Chip Fund gekauft, der derzeit aggressiv in zyklische Aktien investiere, und Value-orientierte Fonds reduziert. Für viel versprechend hält er ferner kleine, unentdeckte Titel. Konrad investiert in den Fidelity European Growth, den Franklin Templeton EM Growth und den Nordea 1 North American Value Fund, weil diese Nebenwerte hoch gewichten.

Auch der Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Dahm & Jess hat derzeit Fonds mit Schwerpunkt auf Nebenwerte auf der Kaufliste. „Standardwerte in Europa und den USA sind nicht billig“, sagt Jess. Am besten gefielen ihm der M&G European Smaller Companies Fund und der von Jens Ehrhardt verantwortete DJE Alpha Global. Aktuell hat der Beta Select eine relativ hohe Aktienfondsquote von 78 %. Da Jess eher Substanzwerte mag, ist der Templeton Growth Fonds mit rund 14,5 % sein schwerster Fonds.

10 % sind in liquiden Mitteln geparkt. Bei einem Rückschlag an den Aktienmärkten könnte die Quote auf das gesetzliche Maximum von 49 % steigen. Rohstoffe und insbesondere Gold sieht er als gute Alternative zu Aktien. Deshalb hat Jess den MLIIF World Mining Fund und den M&G Global Basics zugekauft. Bei Renten setzen beide Fondsmanager vorwiegend auf Staatsanleihen.

Ali Masarwah, vwd

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