Oktober-Bilanz
Krise der Hedge-Fonds setzt sich nahtlos fort

Die enttäuschenden Nachrichten für Anleger von Hedge-Fonds reißen nicht ab. Im Oktober erlitten die Fonds neuen Branchendaten zufolge wieder kräftige Verluste. Nur ganz wenige Produkte können sich mit Spezialstrategien der Krise entziehen.

LONDON. Die Hedge-Fonds kommen nicht aus der Krise. Auch im Oktober hat sich die Verlustserie der angeschlagenen Branche fortgesetzt, in diesem Monat verlor der durchschnittliche Hedge-Fonds 5,4 Prozent seines Anlagekapitals. Damit haben sich die Verluste im Laufe dieses Jahres auf 15,5 Prozent ausgeweitet, wie Daten des amerikanischen Informationsdienstes Hedge Fund Research (HFR) zeigen.

Nach einem langen Boom ist die Hedge-Fonds-Branche in diesem Jahr in die bedrohlichste Krise ihrer Geschichte gerutscht. Die Fonds haben mittlerweile die längste Verlustserie hinter sich, seit HFR vor zehn Jahren mit der Berechnung seiner Indizes begonnen hat. Zu den enttäuschenden Zahlen passt die düstere Prognose des Chefs der US-Bank Morgan Stanley, John Mack, der fürchtet, dass bis zu 30 Prozent der rund 10 000 Hedge-Fonds vom Markt verschwinden werden. Glaubt man dem Finanzier George Soros, dann steht sogar jeder zweite Fonds auf der Kippe.

Zu Jahresbeginn verwaltete die Branche noch rund 1,9 Billionen. Dollar. Seither ist das Vermögen der Fonds nach Daten von HFR um 200 Mrd. Dollar geschrumpft - zum einen wegen der eingefahrenen Verluste, zum anderen, weil immer mehr enttäuschte Anleger ihr Geld abziehen. In Europa könnte die Branche mehr als ein Viertel ihres Kapitals verlieren, warnen Analysten von Morgan Stanley.

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Im Oktober hatten die Weltbörsen den schlimmsten Monat ihrer Geschichte zu überstehen, ein Trend, dem sich offenbar auch die meisten Hedge-Fonds nicht entziehen konnten. Nach Informationen der Fachzeitschrift "Financial News" haben drei Viertel der hundert größten Hedge-Fonds ihren Anlegern 2008 Verluste beschert. Auch im Oktober haben 25 der 28 von HFR beobachteten Strategien mit Verlusten abgeschlossen. Das stärkste Minus mussten Fonds hinnehmen, die sich in Russland und Osteuropa engagiert haben. Hier ging in einem Monat mehr als ein Viertel des Kapitals verloren.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten mit einem Wertgewinn von 6,7 Prozent denn auch Fonds, die auf Kursverluste am Aktienmarkt gesetzt haben. Seit Anfang Januar bescherten diese Fonds den Anlegern ein Plus von mehr als 20 Prozent. Auch mit so genannten Makro-Strategien, die Wetten auf volkswirtschaftliche Trends abschließen, ließ sich Geld verdienen. Hier liegt der Wertgewinn seit Jahresbeginn bei rund 16 Prozent.

Dagegen sorgten Fonds, die sich auf Arbitragegeschäfte mit Wandelanleihen konzentrieren, mit einem Minus von 35 Prozent für die größten Verluste, dicht gefolgt von Fonds, die ihr Geld in den asiatischem Emerging Markets anlegen, mit einem Verlust von rund 34 Prozent.

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