Oppenheim setzt auf Erholung bei ABS-Papieren und favorisiert Osteuropa
Kreditforderungen belasten Europa-Rentenfonds

Vom Ziel, den Geldmarktzins Euribor auf Sicht von drei Jahren um zwei Prozentpunkte pro Jahr zu schlagen, ist Thomas Olbrich derzeit weit entfernt.

HAMBURG. Der von ihm betreute Europa-Rentenfonds Oppenheim Bond Opportunities verlor im Gegenteil durchschnittlich 1,02 Prozent pro Jahr, über zwölf Monate belegt er mit einem Minus von 10,47 Prozent hinter 70 Konkurrenten sogar nur den letzten Platz.

Bis Mitte 2007 lag Olbrich mit seinem Anlageziel noch voll im Plan - angetrieben unter anderem von der guten Wertentwicklung von Asset Backed Securities (ABS), die in der Spitze rund 40 Prozent seines Portfolios ausmachten. Letztlich führten aber nach dem Ausbruch der US-Hypothekenkrise genau diese durch Verbriefung handelbar gemachten Kreditforderungen zum Absturz. "Wir hatten und haben ausschließlich europäische ABS guter Bonität im Depot, die zu Unrecht in Sippenhaft genommen wurden", sagt Olbrich. Da er einen Verkauf auf dem aktuellen Niveau nicht für sinnvoll hält, bleibt ihm nur abzuwarten, bis der Markt sich beruhigt.

Auf rund zehn Prozent reduziert hat Olbrich dagegen den Anteil an Industrieanleihen. "Angesichts der schwachen Konjunktur erwarten wir, dass sich die Zinsaufschläge zu Staatsanleihen in den kommenden Monaten noch weiter erhöhen", begründet er. Die Duration genannte durchschnittliche Kapitalbindungsdauer, die der Oppenheim-Manager im Falle steigender Zinsen über Derivate auch in den negativen Bereich verschieben kann, liegt aktuell bei 3,3 Jahren.

Völlig unbeschadet durch die Kreditkrise kam dagegen mit dem OP Extra Portfolio ein zweiter Europa-Rentenfonds von Sal. Oppenheim. Fondsmanagerin Carmen Daub investiert in der Regel 40 Prozent ihres Portfolios in Osteuropa und erzielte in den vergangenen zwölf Monaten mit ihrer sowohl auf Zinserträge als auch Kurs- und Währungsgewinne ausgerichteten Mischung ein Plus von 8,56 Prozent.

"Die Rentenmärkte, vor allem aber die Währungen der europäischen Konvergenzländer entwickeln sich nach wie vor besser als Euroland-Anleihen", begründet Daub, warum sie den Osteuropa-Anteil in den vergangenen Wochen auf 56 Prozent erhöht hat. Gute Chancen auf Kursgewinne sieht sie in Tschechien und Ungarn. "Dort sind die Renditeabstände zu Euro-Anleihen am größten, und die Inflation ist auf dem Rückzug", sagt sie.

Nicht ganz so eindeutig fällt dagegen der Ausblick für die Kernländer der Eurozone aus. "Die schwächeren Wirtschaftsdaten müssten den Rentenmarkt eigentlich stützen, aber die Inflationsraten sind noch immer recht hoch", sagt Daub. Deshalb hält sie eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank für wahrscheinlich.

Autor: Egon Wachtendorf, Das Investment

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