Optimismus für Europa
Dachfonds reizen ihre Aktienquoten nicht aus

Ein Startkapital von 10 000 Euro, im Frühjahr 2000 je zur Hälfte auf den Aktienindex MSCI World und den Deutschen Rentenindex (Rex) verteilt, hätte sich bis Ende März 2006 auf immerhin 11 000 Euro vermehrt.

HAMBURG. Ein ähnliches Ergebnis hätte man auch von einem überwiegend in Rentenfonds investierenden Dachfonds erwarten dürfen. Doch der Warburg Rendite Strategiefonds ist davon ein gutes Stück entfernt. Seit der Auflage im April 2000 weist der von Frank Fiesinger betreute Fonds ein leichtes Minus auf. Zuletzt machte er aber Boden gut. Mit einem Wertzuwachs von 15,58 Prozent liegt er im jüngsten Zwölfmonatsvergleich an der Spitze seiner Vergleichskategorie (siehe Tabelle).

„Die Investitionen in Japan, Südostasien und den USA erwiesen sich als richtig, da die Aktienmärkte im Berichtszeitraum deutlich zulegen konnten“, sagt Fiesinger. Ebenso ertragreich waren die Beteiligungen am Nestor Osteuropa und am MLIIF World Energy Fund von Merrill Lynch, die er in den vergangenen Monaten allerdings mehrfach reduziert hat.

Nachdem Fiesinger die maximal erlaubte Aktienfondsquote von 30 Prozent im zweiten Halbjahr 2005 annähernd ausgereizt hat, beträgt der Aktienanteil aktuell rund 26 Prozent. Auch wenn 2006 seiner Meinung nach mit Aktienfonds kaum ähnlich hohe Gewinne zu erzielen sein dürften wie im Vorjahr, bleibt der Warburg-Manager insbesondere für die Wall Street und die europäischen Märkte optimistisch. Europa-Fonds wie der Main First Avant-Garde machen derzeit rund ein Zehntel des Fondsvermögens aus, weitere zehn Prozent hat Fiesinger in US-Werte investiert. Auf der Rentenseite setzt er neben Staatsanleihen auch auf Wandelanleihenfonds, die aktuell knapp 22 Prozent des Portfolios ausmachen.

Deutlich besser als der Warburg Rendite Strategiefonds überstand der FT Navigator 40 von Frankfurt Trust die Baisse der Jahre 2000 bis 2003. Der maximale Verlust in dieser Phase betrug 15 Prozent, und auch im jüngsten Zwölfmonatsvergleich gehört der von Frank Termathe betreute Fonds mit einem Zuwachs von 12,69 Prozent zu den Top Ten. Bis zu 40 Prozent des Fondsvermögens darf Termathe in Aktienfonds investieren, maximal 30 Prozent davon in hauseigene Produkte.

Mit einer Aktienquote von nur 22 Prozent agiert der FT-Manager derzeit aber bewusst vorsichtig und setzt dabei außer auf europäische Aktienfonds vor allem auf spezielle Segmente wie Lateinamerika, Biotechnologie und Rohstoffe. Neu ins Depot aufgenommen hat Termathe beispielsweise den Pictet Biotech, der Gartmore Latin America stellt mit einem Anteil von 3,7 Prozent die achtgrößte Position des Fonds. Größter Zielfonds ist der auf europäische Renten spezialisierte FT Europazins mit einem Gewicht von 13,5 Prozent.

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