Optimistische Fondsmanager
Vermögensverwalter schichten in Aktien um

Internationale Vermögensverwalter haben ihre Sorgen über die Börsen- und Wirtschaftsentwicklung offenbar abgelegt und kaufen wieder Aktien. Dies ergibt die monatliche Umfrage des US-Institutes Bank of America Merrill Lynch unter 204 Fondsmanagern, die insgesamt ein Vermögen von 554 Mrd. US-Dollar verwalten. Die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Rally sind jedoch noch nicht beseitigt.

FRANKFURT. Nahezu alle befragten Vermögensverwalter erwarten, dass sich die Weltkonjunktur in den kommenden zwölf Monaten erholt. Die meisten Teilnehmer der wichtigsten regelmäßigen Umfrage unter Fondsmanagern rechnen damit, dass die globalen Firmengewinne in dem Zeitraum um mehr als ein Zehntel steigen werden.

So optimistisch zeigten sich die Fondsmanager seit über fünf Jahren nicht. Allerdings scheint dem wieder gewonnenen Vertrauen noch der letzte Rückhalt zu fehlen, wie Michael Hartnett, Chef-Aktienstratege bei Bank of America, das Umfrageergebnis interpretiert. Denn vier von fünf Befragten sagen eine relativ schwache Erholung voraus und richten ihre Portfolios nicht klar nach Sektoren aus. Obwohl der neue Optimismus die Abkehr von der noch im März erlebten Endzeitstimmung dokumentiere, zweifelten die Investoren an der Nachhaltigkeit der Erholung, sagt Hartnett.

Ungeachtet eventueller Restzweifel schichten die Fondsmanager ihr am Geldmarkt geparktes Kapital massiv in Aktien um. Die Liquiditätsquote ist seit Juli um ein Viertel auf 3,5 Prozent der Vermögen gesunken. Der Anteil der Fondsmanager, die Dividendentitel gegenüber ihren Börsenvergleichsindizes übergewichten, ist nun um ein Drittel höher als der Anteil der Zurückhaltenden. Vor einem Monat gab es dagegen noch fast so viele Aktienpessimisten wie-optimisten. Die positive Haltung zu Aktien hat sich deutlich verstärkt, obwohl die Fondsmanager die Titel nach der jüngste Kurserholung eher schon wieder für teuer halten. Anleihen gewichtet eine immer größere Mehrheit unter.

Regional legen die Investoren bei Aktien ihren Schwerpunkt auf Schwellenländertitel. In allen anderen Regionen halten sie sich zurück. Aktien aus der Eurozone gewichten sie aber weniger stark unter als im Juli. Klare Sektorfavoriten sind Technologietitel. Deutlich aufgeholt haben die konjunkturabhängigen Industriewerte, was zur positiven Sicht auf die Wirtschaftsentwicklung passt. Die im Juli noch beliebten defensiven Titel aus Telekom oder Pharma sind in den Hintergrund gerückt. Die typisch defensiven Versorger zählen sogar zu den unbeliebtesten Aktien.

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