Orientierungshilfe
Wie Sie einen guten Fonds erkennen

Wer ausreichend Vermögen für das Alter bilden möchte, kommt um den Kapitalmarkt kaum herum. Investmentfonds sind dafür gut geeignet. Mit ihnen bebommen Investoren einen Mix verschiedener Wertpapiere oder Anlagen. Das Handelsblatt verät Ihnen, wie Sie unter gut 6 400 verschiedenen Fonds den richtigen finden.
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FRANKFURT. Die Finanzkrise hat vielen Anlegern den Mut geraubt, ihr Geld den Schwankungen des Kapitalmarktes auszusetzen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa vom Mittwoch zeigt, dass viele Menschen künftig auch weniger in Fonds investieren wollen. Dabei können Anleger mit dieser Art der Vermögensbildung gute Erträge erzielen - wenn Sie bestimmte Kriterien beachten.

1. Entscheidend ist, was herauskommt

Der absolute Ertrag interessiert Anleger in der Regel am meisten. Fair vergleichen kann man Fonds allerdings nur innerhalb einer Produktklasse, also etwa europäische Aktienfonds untereinander. Sinnvoll ist auch ein Vergleich mit der Entwicklung des Marktes, um zu erkennen, ob der Fonds besser oder schlechter abschneidet als die Börsenindizes. Anleger sollten auch darauf achten, wie stabil die Rendite ist. Sie wird gemessen an der Entwicklung des Fondsvermögens, also der Kurse plus laufender Erträge wie Dividenden oder Zinsen, aller Wertpapiere im Fonds. Die Entwicklung eines Fonds über ein Jahr hinweg ist interessant; wichtiger zu wissen ist aber, ob er auch über fünf Jahre gut abschneidet.

2. Was passieren kann

Ebenso wichtig wie der Ertrag ist das Risiko eines Rendite- oder sogar Kapitalverlusts. Ein gängiges Maß für das Risiko ist die Schwankung des Fondswertes und der Erträge im Zeitverlauf. Auch hier ist es sinnvoll, die Schwankungen über einen längeren Zeitraum, mindestens drei Jahre, anzuschauen.

3. Wie viel kann ich verlieren?

Fonds verteilen das Verlustrisiko oft auf 100 und mehr einzelne Wertpapiere oder Anlagen. Wird ein Papier wertlos, sinkt der Wert des Fondsanteils nur um ein Hundertstel und kann mit Glück durch Erträge anderer Fondspapiere ausgeglichen werden. Zu den Risiken zählt daher die Konzentration des Portfolios auf eine bestimmte Zahl von Werten oder auf Sektoren oder Regionen. Einige Rating-Häuser messen Größen wie den höchsten in sechs Monaten erreichten Verlust oder gewichten Verlustphasen stärker als Phasen mit Erträgen.

4. Andere Risiken

Die Lehman-Pleite rief Anleihe- und Zertifikate-Besitzern ein anderes Risiko ins Gedächtnis, das so genannte Emittenten-Risiko. Fonds sind davor als sogenannte Sondervermögen geschützt. Das Kapital wird aus der Gesellschaft ausgelagert, die Wertpapiere bei einer Depotbank verwahrt. Der Anleger hat stets ein Anrecht darauf in Höhe seiner Fondsanteile.

5. Was Fonds kosten

Die Kosten von Fonds lassen sich in Kauf- und laufende Gebühren trennen. Die Kaufgebühr beträgt je nach Fondstyp bis gut fünf Prozent des Anlagebetrages. Diese Gebühr geht an den Vertrieb als Provision. Wer Fonds über Direktbanken kauft, erhält Rabatt von bis zu 100 Prozent. Wer Fonds über die Börse kauft, zahlt eine Gebühr aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Von den laufenden Gebühren wird der Fondsmanager entlohnt (Management-Gebühr), der Rest geht für Verwaltungskosten drauf. Aktiv gemanagte Aktienfonds kosten bis zu 1,9 Prozent im Jahr, Rentenfonds gut ein Prozent. Immer mehr Fondsanbieter nehmen zusätzlich erfolgsabhängige Gebühren. Passiv gemanagte Fonds kosten dagegen nur einen Bruchteil davon.

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