Ostdeutsche sind vorsichtiger
Deutsche sind Spar-Muffel

Einer Befragung zufolge legt die Mehrheit der Deutschen kein Geld auf die hohe Kante. Nur 48 Prozent legen sich etwas für die Altersvorsorge zurück, gab der Verband der Privaten Bausparkassen am Montag bekannt.

HB BERLIN. Erstmals in der siebenjährigen Umfrage-Geschichte des Verbandes der Privaten Bausparkassen gaben mit 48 Prozent der Befragten weniger als die Hälfte an zu sparen. In der Frühjahrsumfrage waren es noch 53 Prozent gewesen.

Wichtigstes Sparmotiv der Deutschen sei nach wie vor mit deutlichem Abstand die Altersvorsorge, teilte der Verband am Montag zum Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 2 000 Bundesbürgern mit. Etwa jeder sechste Sparer plant allerdings, insgesamt weniger zu sparen. Vor vier Jahren gab nur jeder neunte an, das Sparvolumen verringern zu wollen. Zudem sinkt dem Verband zufolge der Anteil derjenigen, die künftig mehr Geld zurücklegen wollten. Nur noch 7 statt zuvor 11 Prozent der Sparer planten, mehr zu sparen.

Verbands-Geschäftsführer Andreas Zehnder erklärte, das Umfrage-Ergebnis stehe nicht im Widerspruch zur gesamtwirtschaftlichen Ersparnisbildung der privaten Haushalte. Demnach hätten die Deutschen im ersten Quartal insgesamt etwas mehr Geld zurückgelegt. Vermutlich hätten diejenigen, die überhaupt sparten, mehr Geld zur Seite gelegt und damit die höhere Zahl an Nicht-Sparern ausgeglichen.

Der zweitwichtigste Grund für Sparen blieb in der Umfrage künftiger Konsum, wobei aber dieses Sparmotiv etwas an Bedeutung verlor. Westdeutsche gaben weit häufiger als Ostdeutsche an, für größere Anschaffungen wie Autos zu sparen. „Angesichts der hohen Arbeitslosenquoten in Ostdeutschland ist die geringe Bereitschaft, für Konsumausgaben zu sparen, nachvollziehbar“, sagte Zehnder. Auch beim Sparen für risikoreichere Kapitalanlageformen seien Ostdeutsche vorsichtiger.

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