Osteuropa-Fonds der Sparkassen
Deka-Manager sucht Chance jenseits der Grenze

Die Sparkassen-Tochter Deka, in der Vergangenheit häufig wegen ihrer nur mittelmäßigen Performance in der Kritik, landete 2005 in Osteuropa einen Volltreffer. Der von Matthias Bussemer gemanagte Deka-Convergence Aktien erzielte in seiner Vergleichsgruppe mit einem Wertzuwachs von 80,54 Prozent das beste Ergebnis (Tabelle).

HAMBURG.

Bussemer führt das gute Abschneiden seines Fonds unter anderem auf zwei Faktoren zurück: „Den Anteil türkischer Aktien haben wir immer dann aufgestockt, wenn der Markt vorübergehend schwächelte“, so der Deka-Manager. Zudem habe er im Bereich Energie und Rohstoffe nicht nur auf die großen russischen Titel gesetzt, sondern auch Aktien aus angrenzenden Märkten wie Kasachstan beigemischt, die besonders stark gestiegen seien.

Bei der Titelauswahl ist Bussemer nicht auf Beitrittskandidaten zur EU beschränkt: „Der Fondsname ‚Convergence’ bezieht sich auf die wirtschaftliche Konvergenz, nicht auf die politische, so dass beispielsweise auch Investments in Mittelmeer-Anrainerstaaten wie Ägypten oder Israel möglich sind“, erläutert er. Von dieser Freiheit macht der Deka-Manager derzeit reichlich Gebrauch: Mehr als die Hälfte des Fondsvermögens hat er in Ländern investiert, die auch längerfristig nicht zu den EU-Beitrittskandidaten gehören. Insgesamt bildet Russland mit 26 Prozent die größte Länderposition, gefolgt von der Türkei mit 17 Prozent. Für beide Länder sieht Bussemer 2006 weiter großes Potenzial.

Auch für AIG-Manager David Molnar gehören Russland und die Türkei zu den klaren Favoriten. Er betreut den AIG Emerging Europe Equity Fund, der mit einem Wertzuwachs von knapp 77 Prozent das zweitbeste Ergebnis seiner Vergleichsgruppe erzielte. Aktuell ist Molnar mit 46 Prozent des Fondsvermögens in Russland investiert, dahinter folgt die Türkei mit 21 Prozent. Anders als Bussemer, der in vergleichsweise vielen Ländern präsent ist, hat Molnar sein Portfolio derzeit mit Aktien aus lediglich fünf Märkten bestückt: So hält er neben russischen und türkischen Titeln lediglich Aktien aus Polen, Ungarn und der Tschechischen Republik im Fonds. Grundsätzlich kann Molnar weitere Länder beimischen, die Anlageregion Nordafrika bleibt jedoch außen vor.

Wer auf das Können von Molnar setzen will, muss derzeit mindestens eine Mill. Dollar aufbringen und bei seiner Bank ausdrücklich nach diesem Fonds fragen, da der Vertrieb bislang auf Banken und nicht auf Privatanleger ausgerichtet ist. Ein Fonds, der den Einstieg ab 1 000 Dollar ermöglicht, ist laut AIG jedoch in Planung. Wesentlich einfacher ist es da schon, auf die Expertise von Bussemer zu setzen: Sein Fonds ist in jeder Sparkassen-Filiale zu haben, für den Einstieg reichen bereits 25 Euro.

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