Osteuropa-Fonds verzeichnen hohe Mittelabflüsse
Yukos-Affäre schreckt Russland-Investoren ab

Die Nachwehen der Verhaftung von Michail Chodorkowski schrecken erste Anleger von Investments in Russland ab.

Bloomberg MOSKAU/NEW YORK. Der in der Schweiz beheimatete Immobilienfonds Eastern Property Holdings Ltd. konnte bei institutionellen Investoren in den USA und Europa statt der geplanten 140 Mill. Franken (89 Mill. Euro) nur 50 Mill. Franken einsammeln. „Nach der Verhaftung von Chodorkowski haben eine Menge Kunden einen Rückzieher gemacht“, berichtete Philip Leibundgut, Teilhaber bei MCTrustco SA, die den Fonds verwalten wird. „Nach der Hochstufung Russlands durch Moody’s hat alles so gut angefangen“, bedauerte Leibundgut.

Die Ratingagentur Moody’s hatte Anfang Oktober die Bonitätsnote Russlands um zwei Stufen auf Investmentgrade angehoben, womit das Land einem weiteren Kreis von Anlegern zugänglich geworden ist. Die Verhaftung Chodorkowskis am 25. Oktober nährte jedoch Befürchtungen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin die Reformen der 90er-Jahre rückgängig machen will. Da half es wenig, dass Putin umgehend Schadensbegrenzung betrieb: Der Leitindex der Börse Moskau, RTS, rutschte innerhalb einer Woche fast 20 % ab, und Fonds, die in Osteuropa und anderen Emerging Markets investieren, verzeichneten Ende Oktober den größten Kapitalabfluss seit mindestens drei Jahren, berichten Beobachter.

Quelle: Handelsblatt

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