Osteuropa-Rally
Osteuropa-Fonds hängen an Rohstoffen und Energie

Im Sommer 2005 traf Günter Faschang eine folgenschwere Entscheidung: Der Manager des Vontobel Central and Eastern European Equity verkaufte russische Öl- und Gaswerte, weil er sie für überteuert hielt. Faschang wollte seinen Osteuropa-Fonds unabhängiger von den Rohstoffmärkten machen und setzte stattdessen verstärkt auf das Thema Konsum. Eine Fehlentscheidung.

HAMBURG.

Die Osteuropa-Rally wurde auch nach 2005 vor allem von den großen Rohstoff- und Energiewerten getragen, Faschangs Fonds fiel immer weiter zurück. Allein in den vergangenen zwölf Monaten verlor er 17,5 Prozent an Wert und ist damit der einzige Osteuropa-Fonds, der in der jüngsten Auswertung von Feri Rating & Research zweistellig im Minus liegt (siehe Tabelle).

"Der Vontobel Central and Eastern European Equity investiert überwiegend in unterbewertete mittlere und kleinere Unternehmen. Die interessieren seit der verstärkten Öffnung des Marktes in 2004 niemanden mehr", sagt Thomas Portig, Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management. Dennoch hält er den Fonds für attraktiv: "Ich bin mir sicher, dass die Strategie des Fondsmanagers früher oder später wieder aufgehen wird." Bis dahin brauchen Anleger starke Nerven.

Ganz entspannt dürften sich dagegen die Investoren des Deka-Convergence Aktien fühlen. Dessen Manager Alexander Mozer investiert überwiegend in wachstumsstarke große Firmen. Die meisten davon findet er aktuell in Russland. Damit hat er im Gegensatz zu Faschang automatisch die richtigen Sektoren im Portfolio. Die jüngste Wertentwicklung ist mit einem Zwölf-Monats-Plus von 11,9 Prozent entsprechend gut.

Die Aussichten für Russland beurteilt der Deka-Manager positiv. Erst im Februar dieses Jahres hat er darum nachgekauft: "Russland hat noch einen weiteren Konvergenzweg vor sich. Die Wachstumsraten der meisten Volkswirtschaften in Zentral- und Osteuropa sind höher als im europäischen Durchschnitt." Fondsanalyst Portig ist nicht ganz so optimistisch: "Ob die gute Performance des Deka-Fonds nachhaltig ist, ist fraglich. Man hat selten zweimal hintereinander Glück." Dennoch hält er auch diesen Fonds nicht für unattraktiv. "Als Einzelinvestment sollten Anleger jedoch lieber die Finger davon lassen", so Portig. Wer hingegen gleichzeitig in den Vontobel Central and Eastern European Equity und den Deka-Convergence Aktien investiere, habe den osteuropäischen Markt gut abgedeckt. Die unterschiedliche Länder- und Einzeltitelgewichtung spreche für eine Kombination beider Produkte. "Ich glaube, der Vontobel-Fonds wird wieder durchstarten, während das Produkt der Deka die Geschwindigkeit nicht halten kann."

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