P2 Value: Neustart für Immobilienfonds von Morgan Stanley

P2 Value
Neustart für Immobilienfonds von Morgan Stanley

Für Immobilienfonds zeichnet sich in Form des P2 Value der US-Bank Morgan Stanley ein Licht am Horizont ab. Der offene Immo-Fonds steht vor einem Neustart, obwohl lange die Abwicklung drohte. Ein Hoffnungsschimmer für die gebeutelte Branche, in der es nach Milliardenverlusten noch immer zahlreiche eingefrorene Produkte gibt.
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HB FRANKFURT. Der eingefrorene Immoblienfonds P2 Value der US-Bank Morgan Stanley steht vor einem Neuanfang. Morgan Stanley bereite eine Wiedereröffnung des einst milliardenschweren Fonds vor, teilte das Institut am Montag mit. Damit ist eine drohende Abwicklung des Anlagevehikels, bei der die Anleger einen großen Teil ihres Geldes verloren hätten, erst mal vom Tisch.

Der offene Immobilienfonds, der 2008 mit einem Volumen von knapp 1,7 Mrd. Euro an den Start ging, ist bereits seit knapp zwei Jahren eingefroren. Nach zwei Jahren muss er - so ist es gesetzlich vorgeschrieben - entweder wieder eröffnet oder abgewickelt werden.

Morgan Stanley habe die Immobilien des Fonds neu bewerten lassen, sagte Geschäftsführer Walter Klug zu Reuters. „Wir haben den Boden bei der Abwertung erreicht.“ Bei der Wiedereröffnung werde der Fondswert (Net Asset Value) voraussichtlich bei 820 bis 870 Mio. Euro liegen.

Der Schritt der Bank ist ein Hoffnungsschimmer für weitere eingefrorene Immobilienfonds, für die im Oktober die maximale Schließungsfrist von zwei Jahren endet. Das sind der von Aberdeen gemanagten Degi Europa und der KanAm US Grundinvest. Zudem sind derzeit sieben weitere offene Immofonds eingefroren.

Klug zeigte sich zuversichtlich, bei der Öffnung des Fonds nur wenige Anleger zu verlieren. „Wir sind optimistisch, dass die meisten Investoren ihre Anteile behalten.“ Viele wollten derzeit nicht aussteigen und hofften auf eine Markterholung. Die Anleger sind zum Großteil Privatinvestoren, neben Immobilien-Dachfonds.

Der Immobilienfonds P2 Value, der stark in Japan investiert ist, war mit der Krise des dortigen Immobilienmarkts in Schieflage geraten. Zudem hatten Anleger zuletzt viel Geld aus offenen Immobilienfonds abgezogen und sie so in Schwierigkeiten gebracht. Im Frühjahr hatte Morgan Stanley eine Liquidierung des Fonds nicht ausgeschlossen.

Offene Immobilienfonds waren in Deutschland lange Zeit eine beliebte Anlageklasse - auch für Privatanleger. Sie warben damit, dass die Investoren ihre Anteile jederzeit zurückgeben und so ihr Geld wiederbekommen können. Bereits 2005 hatten offene Immobilienfonds eine Krise erlebt, die sich mit der Finanzkrise in 2008 verschärfte.

Hauptgrund waren massive Mittelabflüsse, weil institutionelle Investoren ihr Geld abzogen, um damit Verluste in anderen Anlageklassen zu decken. Dadurch kamen viele Fonds in Liquiditätsnöte und nahmen die Anteilsscheine nicht mehr zurück.

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