Passive börsennotierte Produkte hängen aktiv gemanagte Fonds ab - Fokus auf Europa zahlt sich aus
Dollarkurs bremst Telemedien-Fonds

Die Jahresbilanz fällt für viele aktive Manager von Telemedienfonds enttäuschend aus: Gleich drei passiv einen Index abbildende Exchange Traded Funds (ETF) rangieren per Ende Januar unter den Top-Ten. Mit dem DJ Euro Stoxx Telecommunications und einem Zwölf-Monats-Plus von 12,69 Prozent geht dabei sogar auch der Spitzenplatz an eines dieser börsennotierten Produkte.

HB FRANKFURT/M. Gleichzeitig haben Portfolios mit Anlageschwerpunkt in Europa die weltweit anlegenden Fonds abgehängt. Deutlich wird dies am Beispiel des Pioneer Funds - Global Telecoms, der mit einem Wertzuwachs von 4,49 Prozent auf dem neunten Platz unter 35 Wettbewerbern liegt, und dem ING (L) Invest European Telecom, der mit einem Plus von 7,90 Prozent Rang fünf erreicht. „In der Anlageklasse Telekommunikation weichen über die vergangenen zwei Jahre global ausgerichtete Fonds von europalastigen Produkten ab“, sagt Christian Krombach vom Beratungsunternehmen Fund-Market, „Hauptgrund hierfür ist der schwächelnde US-Dollar“. Denn global ausgerichtete Fonds hätten im Schnitt einen US-Dollar-Anteil von 40 bis 50 Prozent.

Dass der Pioneer-Fonds es dennoch unter die Top Ten geschafft hat, dürfte auch daran liegen, dass Manager Paul Gorman nur rund 16 Prozent US-Aktien im Portfolio hält. „Wir sind vorsichtig, was die Aussichten für Festnetzbetreiber und regionale US-Anbieter betrifft“, sagt Gorman, „denn dort drücken zunehmender Wettbewerb und ungedeckte Pensionsverpflichtungen auf die Gewinne“.

Gorman setzt lieber auf europäische Titel wie die beiden größten Einzelwerte France Telecom und Vodafone. Experte Krombach ergänzt, dass das Pioneer-Produkt bis zu einem Drittel des Portfolios in „pure“ Technologiefirmen investieren kann. „Obwohl dieser Fonds in der Telekommunikationsklasse mittel- und langfristig nicht zu den Besten gehört, hat der Fondsmanager seinen Vergleichsindex über fünf, drei und ein Jahr übertroffen“, sagt er.

Ganz auf Europa setzt Fondsmanager Hubert Dekock im ING (L) Invest European Telecom. „Dieser Fonds positioniert sich über drei und ein Jahr als einer der Besten in seiner Anlageklasse“, sagt Fund-Market-Experte Krombach, „hat jedoch nur einen geringen Mehrwert gegenüber dem Index MSCI Europe Telekom Services erzielt“. Auffallend sei, dass die zehn größten Einzelwerte über 64 Prozent des Portfolios ausmachten.

Auch im ING-Fonds sind France Telecom und Vodafone die größten Einzelwerte, gefolgt von Tele2. „Diese Titel bieten eine gute Mischung aus Wert, Wachstum und Risiko“, sagt ING-Fondsmanager Dekock.

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