Pensionskapital
Die Macht der Netzwerke

Verantwortliche für das Pensionskapital beauftragen meist inländische Häuser mit der Geldanlage. Gerade in der Schweiz dominieren Lokalmatadoren das Geschäft - der deutsche Pensionsmarkt gilt als weltoffener.
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Der Leiter des Pensionsfonds sucht rund um die Welt nach den besten Vermögensverwaltern für das Kapital seiner Beitragszahler. So sollte es sein. Aber so ist es nicht. „In der Regel entscheiden Netzwerke. Es geht insbesondere darum, wer wen kennt, wer welche Ressourcen hat und wo wer sitzt“, sagt Murat Ünal, Vorstand der Beratungsfirma Funds at Work. Ünal kommt zu diesen Ergebnissen nach einer Untersuchung des schweizerischen Pensionsfondsmarktes. Die Resultate liegen dem Handelsblatt vor. Der schweizerische Pensionsfondsmarkt gilt unter Fachleuten als besonders fortschrittlich. „Aber sogar hier kann man objektive Auswahlkriterien für die Verwalter durch die Pensionseinrichtungen kaum erkennen“, meint Ünal.

In die Untersuchung gingen 732 extern vergebene Mandate von Pensionsfonds ein. Davon wurden 567 durch schweizerische Manager betreut, insbesondere UBS und Credit Suisse. Weitere 124 gingen an Adressen aus den USA und Großbritannien. Für den Rest der Welt verblieben ganze 41 Mandate. „Diese sehr ausgeprägte Konzentration auf die inländischen Anbieter überrascht mich schon“, sagt Nigel Cresswell, Leiter Investment-Consulting Deutschland bei Towers Watson. „Die Ergebnisse zeigen: Je näher ein Investor an einem Vermögensverwalter sitzt und je besser die Anbindung durch Infrastruktur ist, wie etwa einen Flughafen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit der Zusammenarbeit“, erklärt Ünal.

Ein Flughafen bedeutet: Hier können Ausländer einfliegen und haben sofort Kontakt mit potenziellen Kunden. Aus dem gleichen Grund siedeln sich ausländische Verwalter gerne in der Nähe von Flughäfen an. So werden Entscheidungen zur Mandatsvergabe oft allein aus geografischer Nähe von Investor und Vermögensverwalter getroffen. Das erklärt laut Ünal auch die Häufung von ausländischen Managern in den Depots der Investoren, die nahe an zentralen Verkehrsknotenpunkten sitzen. „Ein Investor in Genf arbeitet mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit mit einem ausländischen Verwalter zusammen als einer, der abseits der Städte angesiedelt ist“, sagt Ünal.

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Der deutsche Markt ist undurchsichtig

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