Performance-Vergleich
Rentenfonds-Manager favorisieren die Türkei

Müssen Anleger, die bei ansonsten gleichen Vorgaben einen nach ethischen Kriterien gemanagten Fonds bevorzugen, für ihr gutes Gewissen auf Rendite verzichten? Auf diese seit langem kontrovers diskutierte Frage gibt auch der jüngste Performance-Vergleich von 70 überwiegend in Europa investierenden Rentenfonds keine eindeutige Antwort.

HAMBURG. Im jüngsten Performance-Vergleich von 70 überwiegend in Europa investierenden Rentenfonds liegt zwar der Oppenheim Ethik Bond Opportunities von Oppenheim Pramerica auf Rang zwei etwas besser im Rennen als der gleichnamige Parallelfonds ohne den entsprechenden Zusatz. Auf Sicht von drei Jahren wiederum brachte dieser Fonds immerhin 0,39 Prozentpunkte pro Jahr mehr ein.

"Der jüngste Vorsprung der Ethik-Variante geht im Wesentlichen auf das Konto externer Faktoren wie unterschiedlicher Mittelzu- und abflüsse", sagt Oppenheim-Pramerica-Manager Thomas Olbrich. Tendenziell sei es "eher schwierig", mit dem Ansatz auf Dauer vorn zu liegen. "Mitunter muss man auf interessante Papiere verzichten", begründet Olbrich diese Ansicht und nennt als Beispiel Türkei-Anleihen, die etwa wegen der Kurdenpolitik für die Ethik-Variante tabu sind. Auch Unternehmensanleihen von DaimlerChysler und Siemens dürfen wegen des Engagements der Firmen in Rüstungsprojekten nicht ins Depot.

Das gute Abschneiden des Duos führt Olbrich in erster Linie auf das Konzept zurück: "Eines der Ziele beider Fonds besteht darin, nach Möglichkeit in jedem Marktumfeld einen positiven Ertrag zu erwirtschaften." Dafür darf er alle Möglichkeiten des europäischen Investmentrechts nutzen und etwa die mittlere Kapitalbindungsdauer (Duration) der enthaltenen Anleihen durch Derivate in den negativen Bereich drücken. "Derzeit liegt die Duration im Durchschnitt bei minus 1,1 Jahren, wir profitieren also davon, wenn die Zinsen in den USA und Euro-Land weiter steigen sollten", betont Olbrich.

Besser als die Bond-Opportunities-Fonds und der ebenfalls bei Oppenheim Pramerica aufgelegte OP Extra Portfolio schnitt in den letzten zwölf Monaten nur der Pioneer Euro Convergence Bond ab. Dessen Manager Stefan Amenda investiert überwiegend in Großbritannien, Skandinavien und Osteuropa. Vereinzelt nimmt er auch auf Dollar lautende Anleihen dieser Länder ins Portfolio; zurzeit liegt das Gewicht dieser Position bei elf Prozent. "Alle Welt redet davon, dass der Dollar weiter fällt, das riecht nach einer Gegenbewegung", sagt er. Amenda erwartet, dass die Rentenmärkte in den Konvergenzländern Osteuropas auch 2007 besser abschneiden werden als in Euro-Land und favorisiert dabei neben Polen und Ungarn vor allem Rumänien und die Türkei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%