Performancevergleich
In China messen viele Indizes den Börsentrend

Geht es um Deutschlands Aktienmarkt, dient der Deutsche Aktienindex Dax als repräsentatives Barometer für das Klima an der Börse. Weit schwieriger ist es dagegen, die Situation des chinesischen Aktienmarktes an einer Indexentwicklung festzumachen: Die dortige Börsenlandschaft setzt sich aus vier Teilmärkten zusammen, die sich bisweilen gegenläufig entwickeln.

HAMBURG. So ging es etwa für die auf dem chinesischen Festland notierten A- und B-Aktien zwischen Mitte 2004 und Juli vergangenen Jahres kontinuierlich bergab, während die in Hongkong gelisteten H-Aktien chinesischer Unternehmen sowie die ebenfalls dort notierten Red Chips Kurszuwächse verzeichneten.

Die unterschiedliche Entwicklung dieser Märkte spiegelt sich auch in den Indizes wider. Während der MSCI Golden Dragon in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 12,61 Prozent erzielte, legte der börsennotierte Indexfonds Lyxor ETF China Enterprise, der den Hang Seng China Enterprise Index (HSCEI) abbildet, um 31,17 Prozent zu. "Der HSCEI umfasst die wichtigsten H-Aktien in Hongkong, während der MSCI Golden Dragon auch Titel aus China und Taiwan enthält", erläutert Sasa Perovic von der Ratingagentur Feri.

Den letztgenannten Index nutzt Feri als Vergleichsmaßstab für die Analyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt auf dem Großraum China, da er die Region Perovic zufolge sehr gut abbildet. Für den Kernmarkt Festland-China hält er dagegen die beiden auf diese Region beschränkten Indizes Shanghai Composite und MSCI China am ehesten für repräsentativ.

Diesen MSCI-Index beurteilt auch Lilian Co als geeignetes Börsen-Barometer für das Festland. Co managt den Baring Hong Kong China Fund, der mit einem Wertzuwachs von 38,06 Prozent in der aktuellen Feri-Auswertung das beste Zwölf-Monats-Ergebnis erzielte.

Bislang orientierte sich die Barings-Managerin allerdings am Hang-Seng-Index, der lediglich in Hongkong notierte H-Aktien enthält. "Seit dem 1. September dient der MSCI Zhong als Messlatte, der auch Aktien aus Festland-China umfasst", erläutert Co.

Auf die Anlagepolitik habe die Index-Änderung jedoch keine Auswirkungen, ergänzt die Barings-Managerin, die neben Hongkong und China auch in Taiwan investieren darf. Aktuell hält sie Titel aus China für besonders attraktiv: "Insbesondere die Bereiche Einzelhandel und Technologie bieten großes Potenzial, da sie von der Konsumfreude der ständig wachsenden Mittelschicht profitieren", erklärt Co. In Hongkong setzt sie dagegen bevorzugt auf den Immobilien- und Finanzsektor. Kritischer beurteilt sie die Aussichten für exportabhängige Unternehmen im Großraum China, die bei einer Abschwächung der US-Konjunktur unter Druck geraten könnten.

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